Im Fall Pierre führt Spur ins Amsterdamer Rotlichtmilieu

Am Freitag berichtete Chef-Ermittler Ralf Menkhorst im Essener Polizeipräsidium über die bislang erfolglose Suche nach Pierre Pahlke. Der geistig zurückgebliebene Pierre war zuletzt am 17. September in Essen-Frillendorf gesehen worden.
Am Freitag berichtete Chef-Ermittler Ralf Menkhorst im Essener Polizeipräsidium über die bislang erfolglose Suche nach Pierre Pahlke. Der geistig zurückgebliebene Pierre war zuletzt am 17. September in Essen-Frillendorf gesehen worden.
Foto: Knut Vahlensieck
Im Fall des seit dem 17. September vermissten Pierre Pahlke führt eine Spur ins Amsterdamer Rotlichtmilieu. Das erklärte der Leiter der Ermittlungskommission am Freitag auf einer Pressekonferenz in Essen. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Kapitaldelikt aus.

Seit dem 17. September wird Pierre Pahlke vermisst: Am Freitagvormittag informierten der Leiter der Ermittlungskommission und die zuständige Staatsanwältin erstmals auf einer Pressekonferenz über den aktuellen Ermittlungsstand: Chef-Ermittler Ralf Menkhorst berichtete im Essener Polizeipräsidium, eine mögliche Spur Pierres führte die „Mantrailer“ (Personenspürhünde) der Polizei ins Amsterdamer Rotlichtmilieu.

Essen.. Die niederländische Polizei hat heute Bilder veröffentlichen und hofft auf Zeugen aus Amsterdam - unter anderem gibt es eine Vermisstenmeldung auf der Internetseite der niederländischen Polizei und ein Kontaktformular für Hinweise. In Absprache mit den deutschen Ermittlern wollen Behörden aus dem Nachbarland Fotos von Pierre in Amsterdamer Zeitungen drucken lassen. Die Mantrailer hatten Pierres Spur Ende November in Amsterdam verloren.

Eltern und Großmutter loben 10.000 Euro Belohnung aus

Auch die verzweifelten Eltern des Vermissten, Manuela und Frank Pahlke aus Gladbeck, und die Großmutter des 21-Jährigen wollen nicht aufgeben: Sie haben für Hinweise, die zu Pierre führen, eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt und erwägen, auch in Amsterdam Handzettel zu verteilen. Wochenlang hatten die Eltern nach dem Verschwinden ihres Jungen Flyer mit seinem Foto in ganz Essen unters Volk gebracht und Plakate aufgehängt.

Der Fall Pierre Pahlke ist einer der aufwühlendsten Kriminalfälle, denen die Essener Polizei nachgeht. Der geistig zurückgebliebene junge Mann, der in der Heimstatt Engelbert lebte, ist seit dem 17. September verschwunden. Die Polizei setzte bei ihrer Suche Hubschrauber, Hundertschaften und Suchhunde ein.

Im Oktober hatten die Fahnder einen Tatverdächtigen zwei Tage lang verhört, der unweit der Heimstatt Engelbert in Essen-Frillendorf lebt. Danach ließen sie den Festgenommen wieder gehen. Bis heute, erklärte Staatsanwältin Elke Hinterberg am Freitag, gebe es keine Beweise dafür, dass Pierre in der Wohnung des Mannes war. Die Kriminaltechniker konnten keine DNA, Fingerabdrücke oder andere Spuren finden. Zu der Wohnung hatten Personenspürhunde die Fahnder geführt.

Eine Verbindung zwischen dieser Spur und der ins Amsterdamer Rotlichtmilieu gebe es nicht, sagte Elke Hinterberg bei der Pressekonferenz am Vormittag. Sie geht "von einem Kapitaldelikt aus".

 
 

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