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„Illegale Metzgerei“ in Essen: Verkaufte der Betreiber das Fleisch in einem Mülheimer Geschäft?

  • An der Essener Straße Kleiner Bruch roch es stark nach verwesenden Tieren
  • Grund dafür waren Schlachtreste von Rindern, die in einem Hinterhof der Straße illegal gelagert wurden
  • Ist Gammelfleisch in Umlauf gebracht worden?

Essen. 

270 Kilogramm Schlachtreste haben Ordnungsamt und Veterinäramt in einem Hinterhof an der Essener Straße Kleiner Bruch vorgefunden. Mittlerweile wurden die verwesenden Rinderteile offenbar entsorgt. Unklar ist aber immer noch, ob Teile davon in Umlauf geraten sind.

Auf Anfrage von DER WESTEN bestätigt Silke Lenz, Sprecherin der Stadt Essen, dass der Besitzer des Fleisches ein Gewerbe anmelden wollte, um Fleisch zu vertreiben. „Er hat beim Veterinäramt mal gesagt, dass er vorhatte, einen Afroshop zu eröffnen. Da ist er aber belehrt worden, dass er das Fleisch nicht in Verkehr bringen kann“.

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Auf die Frage, ob der Mann möglicherweise trotzdem ein Gewerbe angemeldet habe, sagt Stadtsprecherin Silke Lenz: „Es liegt weder ein Gewerbe vor, noch liegt uns ein Hinweis auf Afroshops vor, die das Fleisch vertreiben“.

Allerdings sagt Anja Fischer, eine Nachbarin, die sich seit Monaten durch den Geruch belästigt fühlt, ihr sei von dem Mann mehrfach Fleisch angeboten worden. In diesem Zusammenhang habe er erwähnt, dass seine Freundin in Mülheim einen Afroshop betreibt. „Ich hatte immer das Gefühl, dass er das Fleisch hier extra für den Shop räuchert und kocht“, sagt Fischer. Dafür sei extra ein Abzug auf dem Dach der Baracke gebaut worden.

Besitzer sagt, er sei im Krankenhaus gewesen, als die Truhe kaputtging

Stadtsprecherin Silke Lenz sagt auf Anfrage unserer Redaktion, dass der Mann schon vor dem jüngsten Vorfall belehrt worden sei, dass er das Fleisch entsorgen müsse. Das habe er auch bestätigt und dann zugesagt, das Fleisch zu entsorgen. Dann habe er dem Veterinäramt mitgeteilt, krank geworden zu sein, wie Silke Lenz weiter erklärt. Während er laut eigener Aussage im Krankenhaus gewesen sei, sei dann eine Kühltruhe kaputtgegangen, was zu der Verwesung geführt habe.

Der Aufenthalt im Krankenhaus würde ihm in dieser Situation nicht helfen, wie Silke Lenz erklärt. „Ein Attest würde die Strafe nicht mildern. Es hätte ja auch andere Möglichkeiten gegeben, in der Zeit das Fleisch zu entsorgen“.