Iduna-Hochhaus am Limbecker Platz versteigert

Das Iduna-Hochhaus am Limbecker Platz
Das Iduna-Hochhaus am Limbecker Platz
Foto: FUNKE Foto Services
Problemhaus wurde für 8,2 Millionen Euro ersteigert. Treibende Kraft ist offenbar ein erfolgreicher Bochumer Immobilienkaufmann mit Wohnsitz Essen.

Essen.. Der spektakuläre Ausgang der Iduna-Hochhaus-Versteigerung ließ die brennendsten Fragen offen: Wer verbirgt sich hinter den beiden vorgeschickten Männern, die das markante Hochhaus für 8,2 Millionen Euro ersteigert haben und was passiert mit dem Objekt? Recherchen dieser Zeitung haben ergeben, dass ein erfolgreicher Bochumer Immobilienunternehmer mit Wohnsitz in Essen treibende Kraft dieser Millionen-Investition ist.

Zwar hat eine kleine Firma namens „Fema Bauanalytik UG“, die auf den Namen Fernando Manuel Marques de Figueiredo eingetragen ist, das imposante Objekt (Verkehrswert: 2,465 Millionen Euro) ersteigert. Doch dahinter soll sich in Wirklichkeit der deutsch-türkische Immobilienkaufmann C. verbergen. Eine Quasi-Bestätigung dafür kommt auch aus dem Essener Rathaus. Ja, die Abteilung Stadtplanung habe in der nächsten Woche einen Gesprächstermin mit C. und werde dann die zentrale Frage erörtern, welche konkreten Nutzungspläne der künftige Besitzer des Iduna-Hochhauses hege, hieß es gestern. Der Unternehmer selbst gab sich gegenüber dieser Zeitung bedeckt. „Kein Kommentar“, sagte er abweisend.

Unmittelbar nach Abschluss des spannenden Haus-Pokers im Amtsgerichtssaal 293, bei dem auch der erfolgsverwöhnte Essener Platzhirsch Kölbl Kruse lange Zeit siegessicher mitbot, ließ Ersteigerer Figueiredo dies durchblicken: Das Iduna-Hochhaus werde nicht abgerissen, sondern saniert. Wie nötig das ist, weist schon das Gebäudegutachten aus, das auf die Belastung mit Asbest, PCB und PAK hinweist.

Haus steht seit anderthalb Jahren leer

Nicht minder problematisch: Das Bauordnungsamt hat ein Nutzungsverbot erlassen, weil die Fluchtwege in dem gut fünfzig Jahre alten Gebäude nicht mehr dem heutigen Stand entsprechen. Deshalb steht das Problem-Bürohaus seit etwa anderthalb Jahren leer, der letzte Mieter war die GFKL.

Dass sich Immobilienspezialist C., der auch eine Zulassung als Zwangsverwalter besitzt, als Experte für Problemhäuser versteht, hebt er auf seiner Homepage ausdrücklich hervor. Dort heißt es zum Unternehmensprofil: „Unsere Stärken sind insbesondere schwer vermittelbare Objekte oder Immobilien-Objekte, die einen hohen Instandhaltungsrückstau aufweisen und somit vollständig oder teilweise renovierungsbedürftig sind. Wir sind stets bemüht unseren Immobilienbestand zur erweitern.“ Als Partner und Referenzobjekte erwähnt C. unter anderem das Sportcenter WTC Camp Sports (Bochum), das Hubertushof Restaurant, Spa & Hotel (Oberstaufen) und die Tapas Bar Emilio in Rüttenscheid. Ebenfalls in Rüttenscheid residiert die „Fema Bauanalytik“, auf deren Briefkasten übrigens auch der Name des Immobilienkaufmanns vermerkt ist.

Aus dem fernen Köln verfolgt Architekt Kaspar Kraemer interessiert die jüngsten Entwicklungen in Essen. Sein Vater, der renommierte Baumeister Friedrich Wilhelm Kraemer hat das Iduna-Hochhaus entworfen. Kraemer junior hofft, dass das Hochhaus mit der typischen „Vorhang“-Fassade wieder aufpoliert wird. „Es ist eine Ikone der jungen Bundesrepublik, in seiner Schlankheit und Schwerelosigkeit ein Symbol, in Essen einmalig.“

 
 

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