Essen

So viele Lebensmittel gestrichen: So schwer ist eine Ernährungs-Umstellung wirklich

Essen macht glücklich - und ich muss sogar richtig viel essen, damit ich meinen Grundumsatz halte.
Essen macht glücklich - und ich muss sogar richtig viel essen, damit ich meinen Grundumsatz halte.
Foto: Der Westen
  • Es ist echt eine harte Umstellung
  • Gemüse und Fleisch kann ich langsam nicht mehr sehen
  • Und mir fehlen meine Nudeln

Essen. Eine Woche in meinem Projekt „Schlanke Jeans“ ist um. Und ich musste meine Ernährung umstellen. Da ich einen Grundumsatz von 1450 Kilokalorien habe, kann ich, wenn ich Sport treibe, sogar weit mehr als das essen.

Hauptsache ich esse weniger Kalorien als ich verbrenne. So weit, so gut.

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Doch jetzt kommt es: Stephan Erdmann, Geschäftsführer vom Sport- und Höhenzentrum „bewegungsfelder“, hat mir eine Liste mit elf Ernährungsregeln mitgegeben.

„Integriere alle zwei Wochen zwei davon in deinen Alltag. Befolgst du manches schon, dann weißt du, dass an den anderen Punkten mehr arbeiten musst“, sagt er. Klingt ja alles total leicht.

Okay, beim ersten Blick auf den Zettel sehe ich schon drei Dinge, die ich leicht befolgen kann. Eine kohlenhydratreiche Mahlzeit, am besten als Frühstück, soll ich einnehmen. Das tue ich gern. Genauso trinke ich täglich bis zu zwei Liter Wasser, Punkt 9 ist also auch abgehakt. Und Punkt elf, die vitaminreichen Präparate, sind nicht notwendig. Ich esse genug Vitamine.

Bleiben noch acht weitere Punkte, an die ich mich nach und nach halten soll. Zum Beispiel steht auf der Liste: „Iss jeden Tag vor 16 Uhr zwei Stücke hochwertige Früchte wie Äpfel, Kiwis, Orangen.“ Ein anderer Punkt: „Verzichte nach 19 Uhr auf Mahlzeiten.“ Das mit der Uhrzeit ist schwierig für mich aufgrund meiner Arbeit mit Schichtdiensten.

Stephan gibt mir den Tipp, dann wenigstens drei Stunden vor dem Schlafen nichts mehr zu essen und abends auf Kohlehydrate nahezu zu verzichten. Eine Handvoll hochwertige Kohlehydrate wie Kartoffeln oder Reis sei okay. Sonst nur Eiweiße und Fette.

Ja du liest richtig: Fette. Genau das, was ich eigentlich los werden will.

Aber: Nur wenn ich ausreichend Fette esse, kann ich meinen Stoffwechsel umpolen. Sodass mein Körper irgendwann seine Energie aus den Fetten zieht, da diese mehr vorhanden sind als die Kohlehydrate.

Die weiteren Regeln sind unter anderem, dass Alkohol verboten ist, Industriezucker vermieden werden soll, 200-300 Gramm Gemüse, da dann aber auch das richtige bitte. Wie zum Beispiel Paprika, Brokkoli, Rosenkohl, Rote Beete.

Schnitt- und Brechbohnen haben zu viele Kohlehydrate, die sind weniger geeignet - denn ich soll ja nicht so viele Kohlehydrate essen.

Nach wenigen Tagen merke ich: Meine Stimmung kippt.

Klar esse ich weiterhin morgens mein Brot mit Nutella, würde mir das jemand nehmen wollen, würde ich ausflippen.

Aber mittags gibt es jetzt meistens zweimal Obst, dann Gemüse in rauen Mengen mit Hühnerstreifen oder Speisequark zum Löffeln, Pur-Joghurt ist auch ok. Außerdem koche ich mittlerweile vor. Denn nur Salat ist auch schlecht, ich muss ja auf meine 1450 Kilokalorien pro Tag mindestens kommen. Wenn ich Sport treibe noch mehr. Deswegen gibt es mittags auch gerne mal Nudeln mit Spinat und Hähnchen, oder auch Kartoffelpüree mit Gemüse.

Abends mache ich mir Avocado-Schiffchen angeröstet und mit Nüssen gefüllt (Übrigens gelten nur die als echte Nüsse, die eine harte Schale haben, wie Walnuss oder Haselnuss).

Am nächsten Tag gibt es mittags Spinat mit Ei und Nudeln. Abends esse ich erst warm. Zum Beispiel Fleisch wie Steak, Hühnerbrust und Hähnchencurry, da ich oft mit meinem Freund zusammen esse. Er isst das gleiche wie ich, nur mit mehr als einer Handvoll Kartoffeln, Reis oder Nudeln.

Ganz ehrlich: Ich kann das Gemüse nicht mehr sehen.

Das Vorkochen nervt total und wenn ich noch eine Avocado esse, werde ich bald selbst zu Guacamole. Mir fehlen meine Nudeln mit Bolognese, meine Kartoffeln zum Spinat mit Ei und der gedämpfte Reis im Hähnchencurry.

Es nervt - aber es lohnt sich auch

Klar, alles ist lecker. Aber es nervt wirklich. Allerdings: Es lohnt sich. Schon nach wenigen Tagen bin ich weniger müde, obwohl ich sonst nichts geändert habe. Ich habe kein Leistungstief auf Arbeit nach dem Mittagessen und ich schlafe durch, womit ich eigentlich immer Probleme hatte.

„Kohlehydrate geben dir richtig Power. Deswegen ist es direkt nach dem Sport auch wichtig, als allererstes eine Banane oder Nüsse zu essen und dann erst Eiweiß. Aber so schnell sie dich hochbringen, so schnell fällst du in ein tiefes Loch“, erklärt mir Stephan Erdmann. Das kenne ich, im Büro nennen wir das Suppenkoma, meistens nach dem Mittagessen.

Mehr Eiweiß und Fette und weniger Zucker lassen den Blutzuckerspiegel konstant über den ganzen Tag - Suppenkoma Fehlanzeige.

Es ist und bleibt trotzdem hart. Und manchmal schaffe ich es auch nicht. Dann schmeckt die Schokolade einfach zu gut. Oder die Kartoffel mehr am Abend.

Oder es muss einfach eine Regel gebrochen werden: Ein Freund feiert seine Abschiedsparty in zwei Wochen, er zieht 500 Kilometer weit weg. Natürlich werde ich da Alkohol trinken. Aber es vermutlich am nächsten Tag nicht nur wegen des Katers bereuen.

In der nächsten Folge erfährst du, warum mich beim Joggen alle überholen.

 
 

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