Essen

„Ich finde dich und schlachte dich ab“: Darum soll Jeannot B. auf die wehrlose Renate M. (78) im Lührmannwald eingestochen haben

Seit Freitag muss sich Jeannot B. wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten.
Seit Freitag muss sich Jeannot B. wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten.
Foto: Jana Gilfert/ DER WESTEN

Essen. Vier Mal soll Jeannot B. (21) auf die Seniorin Renate B. (78) am Sommermorgen des 7. Juni eingestochen haben. Bevor er sein schwerverletztes Opfer im Lühnemannwald liegen lassen haben soll, soll er noch gesagt haben: ,Ich finde dich und schlachte dich ab'.“

Er soll aus Mordlust getötet haben

Ein halbes Jahr später muss sich der gebürtige Deutsche für die Tat vor dem Essener Landgericht verantworten.

Der Vorwurf: Versuchter Mord. Der erste Verdacht, dass der Essener die Seniorin ausgeraubt habe, zerschlug sich schon kurz nach der Tat. Bis heute stellt sich die Frage: Was war der Grund für diese brutale Tat?

Insgesamt vier Mal soll er zugestochen haben

Die Anklageschrift beim Prozessauftakt am Freitag klingt brutal. Laut Staatsanwaltschaft hat Jeannot B. die reine Mordlust getrieben. Er ist am Tatmorgen losgezogen mit den Worten: „Ich werde jetzt jemanden umbringen.“

Kurz darauf trifft er um 10.30 Uhr im Lührmannwald auf die 78-jährige Seniorin. Er hat ein Messer in der Hand. Ohne etwas zu sagen sticht er ihr unvermittelt in den Bauch. Er schreit sie an, dass sie den Korb, den sie in den Händen hält, fallen lassen soll.

Als die verletzte Renate M. der Forderung nicht nachkommt, entreißt er ihr den Korb und sticht zum zweiten Mal zu. Er schlägt ihr gegen das Ohr - sie fällt zu Boden. Dann schleift er sein Opfer ins Gebüsch.

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Renate B. lebensgefährlich verletzt

Auch als sie es dann schafft, den Notfallalarm ihrer Handtasche zu aktivieren, lässt er nicht von ihr ab. Der grelle Piepton macht ihn nur noch agressiver.

Ganze vier Mal sticht er zu, dann verliert er sein Messer. Bevor er flieht, droht er ihr noch, keine Täterbeschreibung von ihm abzugeben, sonst würde er sie umbringen.

Schwerverletzt schleift sich Renate B. zum nächsten Haus und klingelt. Mit lebensgefährlichen Verletzungen wird sie in ins Krankenhaus eingeliefert.

Opfer kämpft mit Spätfolgen

Auch ein halbes Jahr später kämpft die Seniorin noch mit den Folgen: Sie leidet unter Hörstörungen. Außerdem sei sie in psychiatrischer Behandlung, so ihr Anwalt Andreas Wieser.

Für die Staatsanwaltschaft ist nach einem ärztlichen Gutachten klar: Jeannot B. ist psychisch krank. Und dadurch eine Gefahr für die Allgemeinheit.

Jeannot B. hingegegen wirkt am ersten Prozesstag außergesprochen ruhig. Ersichtliche Emotionen sind im Gesicht des jungen Mannes nicht zu erkennen, als die Staatsanwältin die Anklageschrift verliest.

Jeannot B. scheint sich seiner Tat bewusst zu sein

Sein Anwalt erklärt, dass er am ersten Verhandlungstag noch nicht aussagen möchte. Kurz äußert sich Jeannot B. selbst - sagt in fast sanfter Stimme, dass er sich der Tat bewusst sei und zu einem späteren Zeitpunkt sprechen wolle. Das ginge jedoch erst, wenn Jeannot B. mit der Psychiaterin gesprochen hätte, so sein Anwalt.

Am Dienstag, 12. Dezember, soll der Prozess fortgeführt werden. Der mutmaßliche Täter sowie sein Opfer wollen sich dann zu Wort melden.

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