Huyssenstift baut neues 400 Betten-Haus in Essen

Zu laut, zu aufwändig: Um den Altbau zu modernisieren (rote Fläche rechts) wollen die Betreiber des Huyssenstiftes das Gebäude komplett entkernen. Nun brauchen die Kliniken Essen-Mitte einen Ausweichort für die Patienten. Der wird im Park mit einem neuen Bettenhaus für 400 Patienten gebaut (rote Fläche links).
Zu laut, zu aufwändig: Um den Altbau zu modernisieren (rote Fläche rechts) wollen die Betreiber des Huyssenstiftes das Gebäude komplett entkernen. Nun brauchen die Kliniken Essen-Mitte einen Ausweichort für die Patienten. Der wird im Park mit einem neuen Bettenhaus für 400 Patienten gebaut (rote Fläche links).
Foto: WAZ FotoPool
Das Essener Hyussenstift sollte eigentlich nur modernisiert werden. Das ist im laufenden Betrieb allerdings so schwierig, dass die Kliniken Essen-Mitte lieber zuerst ein Bettenhaus bauen. Dafür opfern die Betreiber einen Teil ihres Parks.

Essen.. Pläne für einen Bettenhaus-Neubau für 400 Patienten hat das Evangelische Huyssenstift beim Stadtplanungsamt eingereicht. Ursprünglich hatten die Kliniken Essen-Mitte, zu denen das Huyssenstift zählt, geplant, das Krankenhaus im laufenden Betrieb Station für Station zu sanieren. Doch damit war man gescheitert. „Wir sind mit dem Umbau einiger Stationen fertig, aber viele Patienten haben sich über die hohe Lärmbelastung beschwert“, sagt Klinik-Sprecher Björn Kasper.

Mit kleinen Verschönerungsarbeiten war es nämlich nicht getan: Wände mussten fallen, um Bäder einbauen zu können, die Raumzuschnitte waren nicht mehr zeitgemäß, Leitungen und Elektrik mussten erneuert werden. Das war laut und aufwändig. Weswegen nun außerhalb des Hauses gebaut werden soll.

Dafür opfert das Krankenhaus im dicht bebauten Moltkeviertel, in dem es keine Ausweichflächen gibt, einen Teil seines Parks. „Sobald das viergeschossige Gebäude steht, sollen die Patienten aus dem Altbau dort einziehen.“ Das dann leere Haus an der Henricistraße wird anschließend entkernt und modernisiert, so dass jedes der Ein- und Zweibettzimmer schließlich über ein angeschlossenes Bad - statt der bisherigen Bäder auf dem Flur - verfügen wird.

36 Millionen Euro Investitionskosten

Für die Patienten dürfte die jetzige Umzugsvariante deutlich komfortabler sein, als Baulärm über dem Krankenbett ertragen zu müssen. Auch die Anwohner sollen von der großräumigen Baumaßnahme wenig spüren. „Wir wollen die Baustelle über unsere Feuerwehrzufahrt anfahren“, sagt Kasper. Somit würde der Bauverkehr über ein Stück von etwa 20 Metern über die Henricistraße und anschließend zwischen Krankenhaus-Komplex und Johanniter-Verwaltung hindurch in den Park geleitet. „Über diesen Weg haben wir schon die Baustelle für das 90-Betten-Haus angefahren“, sagt Kasper. Anwohnerbeschwerden habe es während dieser Bauphase nicht gegeben.

Wann mit dem Bau des rund 36 Millionen Euro teuren Bettenhauses begonnen werden kann, hängt von der Genehmigung durch die Stadt ab. Doch nach erster Durchsicht der Pläne spreche nichts dagegen, die Dimension des neuen Baukörpers, der den Altbau in der Höhe nicht überragt, seien genehmigungsfähig, wie Planungsdezernent Hans-Jürgen Best betont. „Allerdings werden wir die Pläne erst durchprüfen, wenn die Einwilligungen der benachbarten Anwohner für die Baumaßnahme vorliegen.“

Da die Anwohner an der Henricistraße nicht beeinträchtigt werden, bleiben die „Anwohner“ an der Töpferstraße; doch das dortige Altenheim und das Verwaltungsgebäude gehören zum Klinik-Verbund und die Johanniter kooperieren eng mit dem Huyssenstift. Dass Huyssens-Töchter und -Kooperationspartner gegen Huyssens-Baupläne votieren, steht kaum zu fürchten.

 
 

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