Hunderte Essener stellen sich gegen die NPD

Anti-NPD-Demo in Essen-Steele gegen die neue NPD-Landeszentrale in der Marienstraße 66.
Anti-NPD-Demo in Essen-Steele gegen die neue NPD-Landeszentrale in der Marienstraße 66.
Foto: WAZ FotoPool
Mehrere Hundert Demonstranten haben am Samstag friedlich gegen die NPD-Zentrale an der Marienstraße 66 a in Kray protestiert. Am Rande des Protests gab es Festnahmen und Strafanzeigen.

Essen. Die Demonstration begann mit einer Kundgebung am Kaiser-Otto-Platz in Steele und konnte sich erst mit mehr als einstündiger Verspätung Richtung Kray in Bewegung setzen. Bis dahin hatten Polizei und die Veranstalter von der „Antifa Essen Z“ über die Größe von Transparenten und die – vermeintliche – Vermummung von Teilnehmern diskutiert: Viele Demonstranten trugen neben Kappen und Kapuzen auch Sonnenbrillen.

Auf der Krayer Straße in Höhe des Bergknappenweges stoppte die Polizei den Demozug erneut. Daraufhin kam es zu Unmut, nicht nur bei Autonomen und Antifa-Bewegung, sondern auch bei Teilnehmern aus dem gewerkschaftlichen, linken und grünen Lager sowie bei Anwohnern, die mit der Demo ein Zeichen gegen die NPD setzen wollten, die kürzlich ihre Landeszentrale von Bochum-Wattenscheid nach Kray verlegt hatte.

„Einige Demonstranten hatten begonnen, sich erneut zu vermummen, deswegen mussten wir den Zug anhalten“, sagt Polizeisprecher Ulrich Faßbender. Dagegen erklärt Stefan Sander von der Antifa-Z, die Polizei habe nicht konkret benennen können, „welche Teilnehmer gemeint seien und worin ihre Vermummung bestand“. Auch seien von den Demonstranten „keinerlei Provokationen oder Gewalttätigkeiten“ ausgegangen.

Marienstraße abgeriegelt

Nachdem der Zug geraume Zeit auf der Krayer Straße festgesetzt worden war, erklärten die Veranstalter die Demonstration für aufgelöst. Gleichzeitig meldete der Ratsherr der Linken, Wolfgang Freye, eine neue Demo an: Diese konnte dann mit dem Großteil der Teilnehmer bis zur Einmündung der Marienstraße ziehen. Dort machten mehrere Redner klar, dass die NPD unerwünscht ist „in Essen und überall sonst auch“.

Um Auseinandersetzungen zwischen NPD-Anhängern und Demonstranten zu verhindern, hatte die Polizei die Marienstraße abgeriegelt. Die Anwohner hatten mit bunten Girlanden, Ballons und einem Transparent „Wir sind bunt“ eine deutliches Zeichen der Distanzierung gesetzt.

Eine Festnahme

Nach der Kundgebung zog der Demo-Zug ohne Zwischenfälle zum Kaiser-Otto-Platz zurück, wo er sich gegen 17 Uhr auflöste. Polizeisprecher Faßbender sprach von drei Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz (Vermummung) sowie einer Festnahme zur „Feststellung der Personalien“. Den Vorwurf der Veranstalter, durch eine kleinliche Rechtsauslegung die Demo behindert zu haben, wies er zurück: „Auch die Polizei hat ein Interesse, dass Proteste gegen Nazis stattfinden können.“ Die „Antifa Essen Z“ hat unterdessen angekündigt, diesen Protest bald fortzusetzen.

 
 

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