Hundekot wird in Essen zum stinkenden Ärgernis

Dominika Sagan
Kinder markierten Hundehaufen mit selbst gebastelten Fahnen.
Kinder markierten Hundehaufen mit selbst gebastelten Fahnen.
Foto: WAZ FotoPool
Hunde-Hinterlassenschaften sorgen für Ärger bei der Essener Bevölkerung. Nachbarn, Eltern und pflichtbewusste Halter sind wütend auf rücksichtslose Hundebesitzer, die den Kot ihrer Vierbeiner liegen lassen. Neben dem ekelerregenden Gestank ist Hundekot außerdem eine Gefahr für die Gesundheit.

Essen. Ekelerregend findet Heidi Runge die vielen Hundehaufen, die sie beim Gassi gehen mit ihrem Hund täglich sieht. „Viele Halter sind der Meinung, dass sie durch die Zahlung der Hundesteuer von der Entsorgung befreit sind“, glaubt sie inzwischen, weil „bei uns mittlerweile alles mit dicken Haufen zugehäuft ist“. Das betrifft das Umfeld der Straße Auf der Donau im Südostviertel, ist aber im gesamten Stadtgebiet ein Ärgernis.

„Bei uns gibt es viele Kinder, die sicher gern gefahrlos in den Büschen spielen würden“, sagt Heide Runge. Doch bei schönem Wetter „sitzen bunt schillernde Fliegen auf den Haufen, die sicher zum hygienischen Gesundheitsrisiko werden“. Damit teilt sie die Sorge einiger Eltern, die über Hundekot auf Kinderspielplätzen klagen. „Wenn ich das sehe, ziehe ich meine Tochter schnell weg“, sagt eine Mutter.

Hundekot ist besonders für Kinder ein Gesundheitsrisiko

Auf Gefahren weist die Stadt in einer Broschüre hin: „Hundekot bildet einen Nährboden für Viren, Bakterien und Würmer, wie den Bandwurm. Die Infektion mit dessen Larven kann bei Menschen zu Leber- und Lungen- oder gar zu tödlichen Erkrankungen führen. Krankheitserreger im Hundekot werden auch vom Wind verbreitet. Besonders bei Kindern besteht die Gefahr, dass sie sich mit den Krankheitserregern infizieren.“

Halter, die den Kot ihres Hundes nicht aufsammeln und von der Doppelstreife (Stadt und Polizei) erwischt werden, kriegen ein Köttel-Knöllchen: 50 Euro, auf Spielplätzen 100 Euro. „Schwerpunkte oder Orte, an denen häufig ermahnt wird, sind so nicht auszumachen. Die Verwarnungen und Erteilung von Bußgeldern verteilt sich über das gesamte Stadtgebiet und konzentriert sich dabei nicht nur auf die Hundewiesen“, sagt Stadt-Sprecher Stefan Schulze. Auch auf diesen gilt übrigens: Halter müssen Hundekot entsorgen.

Hundehalter machen selten den Kot ihrer Vierbeiner weg

Allerdings erreichen diese Vorschriften längst nicht jeden. „Besitzer, die Haufen ihrer Hunde entsorgen, sind eher die Ausnahme“, glaubt Bettina Krah, die es als Halterin genauso ärgerlich findet, wenn andere sich nicht an Regeln halten. Das schade dem Ruf aller Besitzer, vor allem, wenn manche frech werden. Ein 72-Jähriger fühlte sich gar bedroht, nachdem er einen Besitzer angesprochen hatte, dessen Hund den Bürgersteig verunreinigt hatte.

„Ich mache jeden Köttel weg, das ist als Hundehalter das Normalste“, sagt Heidi Runge. Sie hat überlegt, Info-Zettel auszuhängen, um Hundehalter an ihre Pflicht zu erinnern. Sie hat bereits so manchem Besitzer, dessen Vierbeiner sie auf frischer Tat ertappte, eine Tüte in die Hand gedrückt: „Das kommt nicht immer gut an.“