Hürden fürs Studium an der Uni Duisburg-Essen sind niedriger als befürchtet

Martin Spletter
Studenten an der Uni in Essen.
Studenten an der Uni in Essen.
Foto: WAZ FotoPool
Der örtliche Numerus Clausus fällt in vielen Fächern an der Uni Duisburg-Essen weniger dramatisch aus als angenommen – und das trotz des doppelten Abitur-Jahrgangs. Die Studenten-Zahl an der UDE könnte erstmals die 40.000er Marke überschreiten.

Essen. Weit weniger dramatisch ausgefallen als befürchtet sind die Zulassungsbeschränkungen an der Uni Duisburg-Essen fürs kommende Wintersemester. Wegen des doppelten Abiturjahrgangs waren fast alle Studiengänge mit einem internen „Numerus Clausus“ belegt worden. Jetzt, nachdem alle 38.000 Bewerbungen – doppelt so viele wie sonst – gesichtet und geordnet wurden, zeigt sich: Fächer, in denen es bislang keine Zulassungsbeschränkungen gab, kommen weitgehend mit milden Zulassungsbeschränkungen aus.

Lehramtsstudenten Religion trifft es

Und in Fächern, die schon im vergangenen Wintersemester einen Mindestnotenschnitt verlangt haben, ist die Hürde oft nur ein wenig höher geworden. „Die Lage ist wesentlich entspannter als erwartet“, sagt Michaela Christoph vom Akademischen Beratungszentrum (ABZ) der Uni.

Komplett beschränkungsfrei war im vergangenen Jahr noch der Bachelor-Studiengang Elektro- und Informationstechnik. Jetzt müssen Bewerber einen Mindest-Abi-Schnitt von 3,0 mitbringen. Ziemlich hart trifft es jedoch Interessenten fürs Grundschul-Lehramt, Fach Religion: Religion war bislang ohne Numerus Clausus, jetzt sind ein Notenschnitt von 1,9 (katholische Religion) bzw. 2,0 erforderlich. Die obligatorisch notwendigen Grundschul-Fächer „Sprachliche Grundbildung“ und „Mathematische Grundbildung“ waren jedoch schon im letzten Jahr belegt – mit einem Numerus Clausus von jeweils 2,0. Dieser liegt in beiden Fächern jetzt bei 1,9.

Erstmals mehr als 40.000 Studenten

„Die Verunsicherung bei den Schulabsolventen war sicher groß und viele haben beschlossen, erst ein Jahr etwas anderes zu machen, zum Beispiel Au Pair“, schätzt Michaela Christoph. Bewährt habe sich nun auch das Prinzip der Universität, so viele Plätze für Erstsemester einzurichten wie nur möglich: Für den Doppel-Jahrgang waren extra 2500 zusätzliche Plätze geschaffen worden, im nächsten Jahr kommt die gleiche Menge noch mal hinzu. Damit überschreitet die Hochschule sogar die Vereinbarungen, die mit dem Land getroffen waren worden. Im Oktober werden 7300 Erstsemester ihr Studium aufnehmen; erwartet wird, dass die Zahl der Studenten insgesamt an der Uni Duisburg-Essen erstmals die Marke von 40.000 überschreiten wird.

Nachrückverfahren beginnt

Die Hürden werden ab sofort weiter fallen: Denn im September beginnt das Nachrückverfahren – denn längst ist nicht sicher, dass jeder, der eine Zusage für einen Studienplatz in Duisburg und Essen bekommen hat, auch zugreift. „Mehrfach-Bewerbungen an verschiedenen Hochschulen sind die Regel“, erklärt Michaela Christoph.

Der durchschnittliche Abi-Wert liegt in NRW diesmal bei 2,4 – mit dieser Note, rechnet Michaela Christoph vor, bekommt man an der hiesigen Uni in 54 von 90 Fächern auf Anhieb einen Platz. Tendenz wegen des Nachrückverfahrens: steigend.