Hohe Ehre für Stauforscher Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen

Stauforscher Michael Schreckenberg. Nach der Loveparade-Katastrophe stand er in der Kritik, seine Äußerungen von damals bedauert er heute. Foto: Clemens Bilan/ddp
Stauforscher Michael Schreckenberg. Nach der Loveparade-Katastrophe stand er in der Kritik, seine Äußerungen von damals bedauert er heute. Foto: Clemens Bilan/ddp
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Stauforscher Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg-Essen ist in die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste (EASA) berufen worden. Für seine Aussagen zur Loveparade-Katastrophe war er massiv kritisiert worden, heute bedauert er diese.

Essen. Prof. Dr. Michael Schreckenberg, Stauforscher der Uni Duisburg-Essen, ist in die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste (EASA) aufgenommen worden. Der EASA gehören weltweit etwa 1400 Mitglieder an, man kann nur berufen werden. Prominenteste Mitglieder sind Politiker, Nobelpreisträger und der Papst.

Einer breiten Öffentlichkeit ist Schreckenberg nach der Loveparade-Katastrophe von Duisburg im vergangenen Sommer bekannt geworden. Schreckenberg war vorab zu einzelnen Fragen des Sicherheits-Konzeptes hinzugezogen worden. Später erklärte er in Zeitungs-Interviews, die Katastrophe sei zustande gekommen durch „individuelles Fehlverhalten einiger Besucher.“

Schreckenberg bedauert Aussagen zu Loveparade-Katastrophe

Diese Aussage bedauert Schreckenberg heute: „Das hätte man so nicht sagen dürfen. Aber es war zu einem Zeitpunkt, als es offiziell hieß, dass die Opfer von abgesperrten Treppen gefallen sind“, sagt Schreckenberg.

Der Forscher, der nach den Ereignissen über Wochen unter Polizeischutz stand, hat eigenen Angaben zufolge allein an der „Rückwegung vom Party-Gelände zum Hauptbahnhof“ mitgearbeitet. „Nur dazu bin ich befragt worden. Denn in Dortmund war dies das große Problem.“ Ansonsten habe der Veranstalter im Vorfeld nicht mit ihm zusammenarbeiten wollen, „das ist auch belegt durch E-Mail-Verkehr“. Schreckenberg gehört nicht zu den Personen, bei denen die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Experte für die Bewegung von Menschenmassen

Auch nach den Ereignissen in Duisburg ist Schreckenberg weiterhin als Experte für die Bewegung von Menschenmassen konsultiert worden – beispielsweise vom Bremer Senat, als im Herbst letzten Jahres mehrere Dutzend Menschen bei einem Fußballspiel verletzt worden sind. Schreckenberg ist seit 1994 an der Uni Duisburg-Essen. Seit 1997 hat er die Professur für Transport und Verkehr inne. Es ist die einzige ihrer Art weltweit.

Es werden vor allem solche Forscher in die EASA aufgenommen, deren Arbeit sich kontinuierlich durch Interdisziplinarität und Internationalität auszeichnet.

 
 

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