Höhere Taxitarife in Essen verzögern sich

Die Stadt Essen hat einer Erhöhung der Taxipreise zugestimmt. Sie steigen offiziell zum 1. Januar 2015. Grund ist der neue Mindestlohn.
Die Stadt Essen hat einer Erhöhung der Taxipreise zugestimmt. Sie steigen offiziell zum 1. Januar 2015. Grund ist der neue Mindestlohn.
Foto: WAZ FotoPool
Weil die Taxi-Preise in nahezu allen Revierstädten steigen, befürchten die Essener Unternehmer lange Staus bei den Eichämtern. Ein Durcheinander kündigt sich an.

Essen.. Die Anhebung der Taxitarife Anfang nächsten Jahres dürfte einiges an Durcheinander bringen. Schlecht für die Unternehmen, gut für die Kunden: Die höheren Preise gelten zwar offiziell zum 1. Januar, doch kein Fahrgast wird sie gleich am Jahresanfang zahlen müssen. Schuld sind Verzögerungen bei der Umstellung der Taxameter auf die neuen Tarife. „Wir hoffen, dass die Umstellung aller Taxameter in Essen bis Mitte, Ende Februar abgeschlossen ist“, sagte Volker Lohmeier, Vorsitzender des Interessenverbandes der Mietwagen- und Taxiunternehmen in Essen.

Bis dahin kann es passieren, dass Fahrgäste ein Taxi erwischen, das schon mit den neuen Tarifen unterwegs sind, andere hingegen noch ein Taxi nach den alten Tarifen buchen, weil es noch nicht umgestellt ist. „Das lässt sich leider nicht vermeiden“, meint Lohmeier.

Normalerweise ist so eine Preis-Umstellung kein großes Problem. Anfang nächsten Jahres jedoch schon: Da die Taxipreise in nahezu allen Städten im Ruhrgebiet steigen, wird es in den Eichämtern voll. Schließlich muss jedes einzelne Taxi geprüft werden. Für das Revier sind die Behörden in Duisburg und Recklinghausen zuständig. „Da steht dann das ganze Ruhrgebiet dann Schlange“, befürchtet Lohmeier, der seine Taxen schon in aller Frühe losschicken will, um sich noch einen aussichtsreichen Platz in der Schlange zu ergattern. Allein aus Essen müssen 550 Taxen zum Eichamt.

Mehr Personal und längere Öffnung

Auch wenn die Eichämter in den ersten Wochen Sonderöffnungszeiten anbieten wollen und zusätzliches Personal einsetzen, „wird es eng werden“, glaubt auch Lars Forche vom übergeordneten Landesbetrieb für Eich- und Messwesen in Köln. Er nennt es „ein bisschen unglücklich“, dass die Preise in den Städten alle auf einmal steigen.

Der Grund ist der neue Mindestlohn, der ab Anfang 2015 auch im Taxigewerbe 8,50 Euro beträgt. Wie in anderen Kommunen hatte auch der Essener Verband deshalb eine Erhöhung der Tarife bei der Stadt beantragt. Der Stadtrat stimmte einer Steigerung um 15 bis 20 Prozent in seiner Sitzung Ende November zu.

Doch der programmierte Stau bei den Eichämtern ist nur ein Grund für die Verzögerung der Preisumstellung. Denn zunächst müssen die Hersteller der Taxameter die Software mit den neuen Tarife aktualisieren. Wenn diese dann für Essen vorliegt – Lohmeier rechnet Mitte Januar damit – müssen die Taxen in die Werkstatt und sich die neue Software aufspielen lassen. „In Essen gibt es vier Werkstätten dafür, schon da wird es schwierig werden, schnell einen Termin zu bekommen“, so Lohmeier. Wenn die Software aktualisiert ist, dürfen die Taxen erst dann fahren, wenn das Eichamt nach einem Test vor Ort grünes Licht gegeben hat. Lohmeier: „Mit allem Drum und Dran kann es passieren, dass eine Taxe zwei Tage ausfällt.“

 
 

EURE FAVORITEN