Hochbetrieb im Land des Kaufens

Foto: WAZ FotoPool

Borbeck.. Mit einer eigens komponierten „Hymne“ auf den Konsum, den die, extra für den Tag mit roten Werbe-Pullis ausgestattete Sängervereinigung Borbeck 1890/94 anstimmt, feiert der Discounter Kaufland seinen Einzug in die Borbecker City. Lang ersehnt, will er die schmerzhafte Lücke füllen, die erst Karstadt, danach Hertie vor knapp vier Jahren hinterlassen hat. Die Borbecker danken es am Eröffnungstag mit langen Schlangen und vollen Einkaufskörben.

Gut sortierte Obst- und Gemüseabteilung

Sultan Akbulut hat es geschafft: Die Kasse liegt hinter ihr, der Einkaufswagen ist gefüllt mit Lebensmitteln. „Ich musste immer weite Weg laufen, um meine täglichen Einkäufe zu erledigen“, sagt sie. Jetzt ist sie in fünf Minuten im Kaufland, dessen Angebot die Borbeckerin und Mutter zweier Kinder überzeugt.

Eine gut sortierte Gemüse- und Obstabteilung, frischer Fisch, eine Wurst- und Fleischtheke mit appetitlich gestapelter Ware, dazu Kurzwaren wie Socken und Unterwäsche, Haushaltswaren und Elektrokleingeräte - die zweite Filiale, die Kaufland in Essen eröffnet, kann sich mit einem guten Sortiment sehen lassen. Toll findet Sultan Akbulut auch die längeren Öffnungszeiten bis 22 Uhr.

„Da kann sich allerdings der benachbarte Edeka-Laden warm einpacken“, lästert Frank Klaus. Der kleine Markt hatte seiner Meinung nach viel zu lange eine Art Monopolstellung in der Borbecker City. Damit ist jetzt Schluss. Klaus ist allerdings ein klein wenig enttäuscht vom ersten Besuch im Discounter: Er vermisse den ultimativen Eröffnungs-Sonderangebots-Knaller, sagt er.

Der liegt bei Willi Reklat im Wagen: Der Altenessener ist extra nach Borbeck gekommen, um sich mit Sonderangeboten einzudecken. Im Gegensatz zu Klaus hat er die in dem zweigeschossigen Neubau entdeckt. „Das Sortiment ist klasse, hoffentlich kann man hier auch mindestens zwei Stunden lang umsonst im Parkhaus parken.“ Noch zahlt man gar nichts - es fehlen nämlich die Schranken.

„90 oder 120 Minuten Parkzeit werden bei uns entwertet“, erklärt Marc Nienhaus. Der neue Filialleiter ist ziemlich aufgeregt. Damit alles klappt, läuft er zwischen den Kunden hin und her, gönnt sich nur kurz eine Verschnaufpause. Dann streikt das Rollband, das in die erste Etage führt. Ein Nadelöhr, an dem sich schon kurz nach der Öffnung die Kunden mit ihren Wagen stauen. Schnell ist der Fehler behoben, läuft die Käufer-Lawine wieder. Unter den Kunden ist auch Hilde Kube. Seit Monaten hat ihr Mann jeden Bauschritt und -abschnitt verfolgt, erzählt sie. Jetzt steht die Borbeckerin etwas verloren vor dem Männerchor, der gerade von der ewigen Liebe singt. „Liebe verbinde ich nicht mit so einem Supermarkt. Aber ich freue mich über alles, was Borbeck bereichert.“

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