Essen

Hitzewelle in NRW – Arzt warnt: „Das kann echt gefährlich werden“

Der Mediziner der Uniklinik in Essen warnt vor Hitzeschlag bei den heißen Temperaturen.
Der Mediziner der Uniklinik in Essen warnt vor Hitzeschlag bei den heißen Temperaturen.
Foto: imago images / Christian Ohde

Essen. Die Sonne brennt unerbärmlich vom Himmel, die Hitzewelle hat auch das Wetter in NRW im Griff. Meteorologen sprechen schon von historischen Rekordtemperaturen um die 41 Grad, die am Donnerstag erreicht werden können.

Was hilft bei dem Wetter und wie du dich schützen kannst, erklärt Professor Clemens Kill. Er ist Direktor des Zentrums für Notfallmedizin an der Uniklinik Essen und hat im Gespräch mit DER WESTEN über seine Erfahrungen als Mediziner während der Hitzeperiode gesprochen.

Wetter in NRW: Mediziner warnt vor Hitzeschlag bei heißen Temperaturen

„Aus Erfahrungen im letzten Jahr kann ich sagen, dass sich die Situation in der Notaufnahme nicht verdoppelt“, so der Mediziner. Vereinzelt gibt es Patienten, die mit Hitzeerschöpfungen im Krankenhaus landen. „Zum Beispiel kam ein Mann ausgerechnet auf die Idee, sein Unkraut in der Hitze abzuflämmen. Er ist dann umgekippt, hatte eine Kreislaufschwäche.“

Wenn die Außentemperaturen aber über die Körpertemperatur einsteigt, also wenn es heißer als 37 Grad wird, dann sind die Rettungskräfte alarmiert. Dann kann es schnell brenzlig werden.

In diesem Jahr seien schon zwei Fälle von Hitzeschlag in der Notaufnahme der Uniklinik gewesen. Und dieses Krankheitsbild kann sehr gefährlich werden. „Es ist lebensbedrohlich“, macht der Mediziner deutlich. Wie sich die Patienten den Hitzeschlag zugezogen haben, kann er nicht genau sagen. Jedoch kann das passieren, wenn du dich in zu heißen Räumen, wie etwa im Dachgeschoss oder im Auto, aufhältst.

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„Wenn dort nicht gelüftet wird und sich die Körpertemperatur erhöht - die normal bei etwa 37 Grad liegt - kann der Körper bei einem Hitzeschlag die Wärme nicht mehr regulieren. Die Temperatur steigt“, erklärt er. Steigt die körpereigene Temperatur dann auf bis zu 41 Grad an, wird es sehr kritisch. „Das kann echt gefährlich werden“, mahnt der Arzt, gerade auch in Verbindung mit Alkoholkonsum.

Trinke genügend Mineralwasser

Wieviel du generell trinken solltest? Darauf will sich der Mediziner nicht festlegen. „Klar, sind zwei Liter als Richtwert gut zu nennen. Allerdings kommt es immer auch auf die Belastung an. Der Körper meldet sich dann schon von ganz alleine. Wer Durst hat, sollte ausreichend trinken“, so KIll.

Doch bitte nicht mineralarmes und salzarmes Leitungswasser. Denn beim Schwitzen verlierst du schon genug Salz, das dein Körper aber dringend benötigt. Lieber zum Mineralwasser oder zu Fruchtschorlen greifen.

Achte auf ausreichend UV-Schutz

Beim Essen musst du dich eigentlich nicht einschränken. „Heißes Wetter ist anstrengend“, sagt der Mediziner, aber wer Appetit hat und sich den Bauch vollschlagen möchte, kann das gerne machen. „Natürlich, wenn man sich bei 40 Grad an den Grill stellen will, sollte man sich schon fragen, ob es sinnvoll ist“, meint der Notfallmediziner.

Er weist auch auf Sonnenschutz hin und erwähnt gleichzeitig eine weitere Hitzeerscheinung: den Sonnenstich. Den bekommst du nur durch direkte Sonneneinstrahlung. Hier hilft es, den Kopf mit einem Hut oder einer Kappe zu schützen.

Leg' zwischendurch eine Siesta ein

Und weiter gilt auch: Auf Sport- oder Gartenarbeit lieber verzichten oder in den Morgenstunden zwischen 5 und 7 Uhr joggen gehen. „Da sollte man sich die Mentalität des Mittelmeerraumes zu Herzen nehmen und in der Mittagshitze Pausen machen“, so Kill. Also, entspann' dich am besten und mach', wenn möglich - Siesta - in drei Tagen ist die Hitzewelle wohl schon wieder abgeebbt.