Hier streiten radelnde Redakteure

Als wir in der Redaktion die Frage diskutierten, wie fahrradfreundlich die Stadt wirklich ist, wurden sich zwei Kollegen nicht einig. Beide wissen, wovon sie sprechen, denn sie steigen fast täglich aufs Rad – auch im Winter. Wir dokumentieren ihr Streitgespräch.
Martin Spletter: . . .aber Du musst bedenken, dass seit der Verleihung der ,Rostigen Speiche’ 1991 total viel passiert ist! Essen war noch nie so fahrradfreundlich wie heute!
Christina Wandt: Fahrradfreundlich? Wenn ich über Friedrich- oder über Alfredstraße fahre, bin ich froh, wenn ich lebend ankomme. Die Autofahrer hier betrachten Fahrräder vor allem als Störfaktor.
Spletter: Fehlendes Bewusstsein kann man doch der Stadt nicht zum Vorwurf machen, höchstens den Autofahrern!
Wandt: Die Stadt sieht Radler vor allem als Hobbysportler, die sich auf alten Bahntrassen austoben sollen. Im echten Straßenverkehr sind sie unerwünscht – sonst fände sich auf mehrspurigen Verkehrsachsen auch Platz für Radwege.
Spletter: Stimmt, aber Du kannst eine Großstadt nicht von heute auf morgen umkrempeln.
Wandt: Aber Du könntest längst viel mehr Leute zu Radfahrern machen, wenn sie nicht fürchten müssen, ein Blutopfer zu bringen. Wer traut sich schon in die Unterführung an der Schützenbahn?
Spletter: Ich! Okay, ich bin aber auch der einzige, glaube ich.
Wandt: Für mich ist es ein Angstraum! Ich will Essen ja nicht mit der Radstadt Münster vergleichen, aber selbst Berlin macht es Radlern leichter. Essen könnte höchstens für einen neuen Rad-Trendsport werben: Survival of the fittest.

 
 

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