"Herr Bischof Overbeck, wir bleiben objektiv schwul"

Claudia Fockenberg, Sprecherin von FLIP, Frauen Liebe im Pott, demonstrierte gemeinsam mit Mitglieder des des Forums Essener Lesben und Schwule und der Aids Hilfe vor der Bischofstür. Foto: Kerstin Kokoska
Claudia Fockenberg, Sprecherin von FLIP, Frauen Liebe im Pott, demonstrierte gemeinsam mit Mitglieder des des Forums Essener Lesben und Schwule und der Aids Hilfe vor der Bischofstür. Foto: Kerstin Kokoska
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Essen. „Herr Bischof, wir sind und bleiben objektiv schwul“ - mit einem Protestbrief haben Essener Lesben und Schwule am Freitagnachmittag ihrem Unmut über die erneute, homosexuellenfeindliche Äußerungen des Ruhrbischofs Luft gemacht.

Vor dem Bischofhaus haben am Freitagnachmittag rund 30 Schwule und Lesben der Vereinigungen FELS (Forum Essener Lesben und Schwule) gegen die erneute, homosexuelle Äußerung des Ruhrbischofs protestiert. In einem Interview in der Süddeutschen Zeitung hatte er „praktizierte Homosexualität“ als „objektiv sündhaft“ bezeichnet. Darauf antworteten die Demonstranten mit „Herr Bischof, wir sind und bleiben objektiv schwul/lesbisch!“

Die FELS-Mitglieder hätten ihr Protestschreiben gerne persönlich überreicht, allerdings blieb ihnen die Tür zum Bischofshaus verschlossen. „Die Enttäuschung bei FELS ist umso größer, wei Sie noch im letzten Jahr in einem gemeinsamen Gespräch von einer ,lernenden Kirche’ sprachen; von ,Ich will auch Bischof für die Schwulen sein’“, heißt es unter anderem in dem Brief.

Da er seine diskriminierenden Äußerungen wiederum im öffentlichen Raum gemacht habe, könne er Gleichgesinnten Anlass geben, Worten auch Taten folgen zu lassen, gaben die Mitglieder weiter zu bedenken.

Ausstellung „Verdammt starke Liebe“ im Essener Rathaus eröffnet

Kurz vor dem Ruhr Christopher Street Day, der am Samstag ab 12 Uhr auf dem Kennedyplatz gefeiert wird, scheinen die Fronten zwischen Homosexuellen und Kirche einmal mehr verhärtet. Die Politik bestärkt die Essener Schwulen und Lesben hingegen: So betonte Bürgermeister Rudolf Jelinek zur Eröffnung der Ausstellung „Verdammt starke Liebe“ im Rathaus, dass Essen „eine weltoffene Stadt sei“. Während des CSD-Wochenendes weht darüber hinaus die Regenbogenflagge als sichtbares Zeichen für Toleranz, Akzeptanz und Respekt über dem Rathaus.

Die Ausstellung „Verdammt starke Liebe“ erinnert an die Verfolgung Homosexueller im Dritten Reich und in der Nachkriegszeit, beleuchtet aber auch die heutige Situation von Schwulen und Lesben. Die Ausstellung ist noch bis zum 19. August im Foyer des Rathauses zu den gewohnten Öffnungszeiten zu sehen.

 
 

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