Heinz und Rosmarie Furtmann verlassen den „Kölner Hof“

Gerd Niewerth
2012 gab Heinz Furtmann unseren Lesern im Rahmen der Aktion "WAZ öffnet Pforten" Einblicke in seine Küche im "Kölner Hof".
2012 gab Heinz Furtmann unseren Lesern im Rahmen der Aktion "WAZ öffnet Pforten" Einblicke in seine Küche im "Kölner Hof".
Foto: Herbert Höltgen
Im „Kölner Hof“ geht eine Ära zu Ende : Heinz Furtmann führte das beliebte Restaurant mit seiner Frau Rosmarie in dritter Generation – bis Ende März.

Essen. Der „Kölner Hof“ auf der Duisburger Straße in Frohnhausen zählt zu den traditionsreichsten Restaurants der Stadt. Ende dieses Monats geht diese Ära jedoch zu Ende. „Ich habe 49 Jahre in der Gastronomie gearbeitet, jetzt ist es gut gewesen“, sagt Heinz Furtmann (63), der das beliebte Speiselokal mit seiner Frau Rosmarie in dritter Generation führt.

Obwohl der Koch und Konditormeister Haube und Schürze erst in einigen Wochen an den Nagel hängen wird, kommt schon jetzt Abschiedsstimmung auf. Vor wenigen Tagen überraschten treue Wirtskollegen und gute Freunde die Furtmanns mit einem Abschiedsabend auf Schloss Hugenpoet. „Für meine Frau gab’s einen Strauß mit 35 roten Rosen für unsere 35 Jahre im Kölner Hof.“ Ja, und Tränchen der Rührung, die seien da auch geflossen.

1919 – kurz nach dem Ersten Weltkrieg – haben seine Großeltern Wilhelm und Luise Furtmann das Haus eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg, bei dem das Lokal von alliierten Bomben schwer getroffen wurde, gaben sie den Staffelstab weiter an Willi und Maria Furtmann. „Unser Haus stand stets für gehobene Kochkunst und gepflegte Gastlichkeit“, sagt Furtmann. Legendär sind die Zeiten, als der noch ziemlich unbekannte Peter Frankenfeld nach seinem Saalbau-Auftritt bei den Furtmanns vorbeischaute. „Später zählte Harald von Bohlen und Halbach samt Familie zu unseren Stammgästen, wirklich feine und nette Leute.“ Eine besondere Ehre für den Herdkünstler: Regelmäßig kochte er auch bei der Krupp-Familie zuhause.

Essen und TrinkenKonditor hat er übrigens bei Overbeck gelernt. „Da war ich erst 13.“ Seine Rosmarie, eine Schweizerin, hat er während seiner Koch-Wanderjahre im Kanton Wallis kennengelernt. Wie es mit dem Kölner Hof weitergeht, steht noch nicht fest. „Wir suchen einen Nachfolger“, sagt Furtmann.