Hauer (CDU) gewinnt im Essener Süden mit drei Stimmen Vorsprung

Die CDU-Mitglieder im Essener Rathaus feierten nach einem stundenlangen Wahlkrimi den Wahlsieger schlechthin: Matthias Hauer siegte im Wahlkreis 120 (Essen III) - so das vorläufige Endergebnis - mit drei Stimmen Vorsprung auf SPD-Kandidatin Petra Hinz.
Die CDU-Mitglieder im Essener Rathaus feierten nach einem stundenlangen Wahlkrimi den Wahlsieger schlechthin: Matthias Hauer siegte im Wahlkreis 120 (Essen III) - so das vorläufige Endergebnis - mit drei Stimmen Vorsprung auf SPD-Kandidatin Petra Hinz.
Foto: Ulrich von Born
Das dürfte bundesweit einmalig sein: Den Wahlkreis 120 im Essener Süden holte CDU-Kandidat Matthias Hauer in einem Wahlkrimi mit drei Stimmen Vorsprung auf Petra Hinz (SPD). Beide erreichten 39,5 Prozent der Stimmen. Erst die Auszählung im letzten, im 190. Wahlbezirk brachte die Entscheidung. Hauer wählten 59.039 Essener, Hinze 59.036. Wir berichten live aus Essen.

Essen.. An dieser Stelle berichtete die WAZ-Redaktion Essen am Wahltag fortlaufend aktuell über die Bundestagswahl in den drei Essener Wahlkreisen 118, 119 und 120 – und über den Wahlkrimi im Essener Süden:

23.47 Uhr: Wahlsieger Matthias Hauer (CDU) hat zurückgerufen. Er berichtet vom Jubel im Rathaus, von "tumultartigen Zuständen. Das ist ein tolles Signal, dass wir das Ruhrgebiet nicht der SPD überlassen." Nach der von SPD-Chef Hilser geforderten Überprüfung des Wahlergebnisses befragt, sagt der 35 Jahre alte Rechtsanwalt: "Ich sehe dazu keine Veranlassung, nur weil das Ergebnis knapp ist. Mehrheit ist Mehrheit." Das Ergebnis aus dem Essener Süden, sagt Hauer, "ist vermutlich das knappste in Deutschland insgesamt."

Er und sein Team wollten gerade noch im "Sausalitos" weiterfeiern, aber das hat schon zu: "Nun gehen wir in eine andere Kneipe. Gefeiert wird auf jeden Fall."

Auch auf seiner Facebook-Pinnwand haben Hauer inzwischen zahlreichen Facebook-Freunde beglückwünscht.

Essener SPD-Chef will nachzählen lassen

23.35 Uhr: Jutta Eckenbach, die im Wahlkreis Essen II zwar Dirk Heidenblut (SPD) unterlag, aber wohl über die Reserveliste in de Bundestag einzieht, berichtet aus dem Fraktionszimmer der CDU im Essener Rathaus. Dort dankte Matthias Hauer "meinem Team für diesen tollen Wahlkampf. Ich bin überglücklich."

23.35 Uhr: Hinz hat ohne hörbare Emotionen geantwortet. Wie Sie den restlichen Wahlabend nun verbringt? Auf die Frage antwortet sie: "Ich möchte zunächst mal meinen vielen Helfern danken." Mit einigen wolle Hinz nun im Hotel auf der Margarethenhöhe den Abend ausklingen lassen. Sie werden sicher der Überprüfung des Wahlergebnisses entgegenfiebern.

23.16 Uhr: Wir telefonieren gerade mit Wahlverliererin Petra Hinz: "Drei Stimmen sind drei Stimmen. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt der CDU-Kandidat drei Stimmen vorn, aber es nachvollziehbar, dass wir nachzählen lassen werden."

23.15 Uhr: Stadtsprecherin Nicole Mause betont, dass es sich "um ein vorläufiges Endergebnis handelt. Am Montag werden die Niederschriften aus den Wahllokalen überprüft. Ein solches knappes Ergebnis habe ich noch nicht erlebt."

23.10 Uhr: Der Essener SPD-Chef Dieter Hilser: "Wir werden darauf bestehen, dass die Stimmen nachgezählt werden."

23.05 Uhr: Das ist der Beweis: Es kommt in der Tat auf jede Stimme an.

23.04 Uhr: Hauer (CDU) liegt drei Stimmen vor Hinz (SPD)! 59.039 zu 59.036 Stimmen!

23.04 Uhr: Jubel im Rathaus! Matthias Hauer liegt vorn.

23 Uhr: Anruf beim Presseamt der Stadt: Nach Auskunft der Stadtsprecherin fehlen im Wahlkreis 120 noch die Stimmen aus dem Wahllokal Herder Schule in Frohnhausen.

22.49 Uhr: Nochmal die Erstimmen im 120er bei einem fehlenden Stimmbezirk: Matthias Hauer (CDU) wählten 58.760 Essener, die Bundestagskandidatin Petra Hinz (SPD) 58.636. Vor vier Jahren hatte sie 38,6 Prozent geholt, er nur 36,1 Prozent.

22.45 Uhr: Bei den Zweitstimmen ist die CDU im spannenden Wahlkreis Essen III nicht mehr einzuholen, hat fast 5000 Stimmen Vorsprung auf die SPD. Sie kommt bei einem fehlenden Stimmbezirk auf 36,3 Prozent., die SPD auf 33,1 Prozent.

22.38 Uhr: Vorab hier das vorläufige Endergebnis aus dem Wahlkreis 118 Mülheim - Essen I. Im Wahlkreis 119 fehlt noch einer. Und der alles entscheidende Bezirk im Wahlkreis 120.

22.36 Uhr: Sie hat 58.636 Erststimmen, er 58.760. Nur noch ein Wahlbezirk fehlt.

22.33 Uhr: 189 von 190. Wo jetzt wohl der Puls von Petra Hinz und Matthias Hauer liegt? Sie hat 58.636 Erststimmen, er 58.760.

22.27 Uhr: Nur noch ein Stimmbezirk fehlt – und Matthias Hauer (CDU) liegt wieder vor Petra Hinz (SPD)! Hauer: 39,6%, Hinz: 39,5%. Die beiden trennen jetzt 124 Stimmen.

22.21 Uhr: 187 von 190 Bezirken sind im Essener Süden (120) ausgezählt: Petra Hinz (SPD): 39,6 Prozent (58.133 Stimmen), Matthias Hauer (CDU): 39,3 Prozent (57.671 Stimmen). Jetzt wird's eng für Hauer, der ja aber schon einen Platz im Reichstagsgebäude sicher hat.

22.15 Uhr: In den 66 Essener Wahlbezirken des Wahlkreises 118 (Mülheim - Essen I) sind alle Stimmen ausgezählt. Arno Klare (SPD) kommt bei den Erststimmen auf 45,2 Prozent. Bei den Zweitstimmen kommt die CDU auf 40,8, die CDU auf 32,6, die FDP auf 3,5, die Grünen auf 5,9, die Linken auf 6,4, die Piraten auf 2,1 Prozent. Es fehlen noch vier Mülheimer Wahlkreise.

22.13 Uhr: Der Wahlkrimi geht weiter (185/190 Bezirk ausgezählt): Petra Hinz (SPD): 39,6, Matthias Hauer (CDU): 39,3 Prozent. Wenn man jetzt wüsste, aus welchen fünf Bezirken die Stimmen noch fehlen...

22.10 Uhr: 184 von 190 Bezirke im Essener Süden ausgezählt: Petra Hinz (SPD) liegt mit 39,6 Prozent weiter 0,2 Prozenpunkte vor Matthias Hauer (CDU).

Jutta Eckenbach (CDU) darf dank Merkel-Sieg auf Mandat hoffen

21.52 Uhr: Auch für Jutta Eckenbach, die CDU-Kandidatin, Wahlkreis 119, ist es ein spannender Wahlabend: Möglicherweise zieht sie über die Reserveliste in den Bundestag ein. In NRW steht sie auf Platz 37. Es sieht so aus als reiche das.

Und bei der Auszählung der Stimmen geht's zumindest für die Öffentlichkeit nicht weiter: Weiterhin sind 13 Essener Wahlbezirke noch nicht ausgezählt, im hochspannenden Wahlkreis Essen III fehlen sieben.

Was schon fest steht: Den Wahlkreis 118 (Mülheim-Essen I) gewinnt Arno Klare (SPD) gegen Astrid Timmermann-Fechter (CDU). Den Wahlkreis 119 (Essen II) holt Dirk Heidenblut für die SPD gegen Jutta Eckenbach (CDU), die möglicherweise aber auch noch über die Reserveliste in den Bundestag nachrücken kann. Sie hat den Listenplatz 37. Matthias Hauer (CDU), der sich Wahlkreis 120 (Essen III) ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Petra Hinz (SPD) liefert, würde mit hoher Wahrscheinlichkeit auch über die NRW-Liste nach Berlin aufrücken (Listenplatz 30).

21.49 Uhr: Die Wahlbeteiligung liegt schon jetzt - die Ergebnisse aus 13 Bezirken fehlen noch - bei 72 Prozent. 2009 lag sie bei 69,7 Prozent.

21.45 Uhr: Ein weiterer Bezirk im 120er ist ausgezählt. Nun liegt Petra Hinz (SPD) wieder vorn: mit 39,6 Prozent. Matthias Hauer kommt auf 36,4 Prozent. Es fehlen noch die Stimmen aus sieben Stimmbezirken.

21.40 Uhr: Das Essener Wahlamt hat seine Website mit den Wahlergebnissen schon seit einigen Minuten nicht mehr aktualisiert. Letzter Stand: 417 von 431 Wahlbezirke sind ausgezählt, im Essener Süden 182 von 190:

Petra Hinz (SPD): 39,5 Prozent / 56.494 Stimmen

Matthias Hauer (CDU): 39,5 Prozent / 56.358 Stimmen

21.27 Uhr: Gleichstand im Essener Süden: Hinz (SPD) und Hauer (CDU) kommen aktuell jeweils auf 39,5 Prozent. Hinz hat jetzt einige Stimmen mehr auf sich vereint: 56.494. Für Hauer stimmten (CDU) 56.358. In diese Zählung sind 182 der 190 Wahlbezirke im Wahlkreis Essen III eingeflossen.

21.21 Uhr: Im Süden nichts Neues. Weshalb wir uns kurz dem Essener Gesamtergebnis widmen können (415/431 Bezirke ausgezählt): Die SPD (aktuell: 37,4%) wird etwa viereinhalb Prozentpunkte über der CDU liegen. Die Grünen (aktuell: 8,2%) werden wohl drittstärkste Kraft vor den Linken (aktuell: 7,1%). Dahinter wird die FDP die meisten Zweitstimmen holen (aktuell: 4,6%). Ihr Stimmenanteil ist in Essen kaum größer als der der AfD (aktuell: 4,1%).

21.14 Uhr: Es bleibt sehr, sehr eng im Essener Süden, wo jetzt nur noch die Ergebnisse aus neun Stimmbezirken fehlen. Matthias Hauer (CDU) liegt mit 39,6 Prozent weiterhin vor der Bundestagsabgeordneten Petra Hinz (SPD). Die beiden trennt ein zehntel Prozentpunkt. In Stimmen ausgedrückt: 55.914 : 55.897.

21.13 Uhr: Nach der Auszählung fnden Sie hier alle Ergebnisse für Essen und die Wahlkreise 118, 119 und 120.

21.07 Uhr (176/190): Matthias Hauer (CDU): 39,7 Prozent, Petra Hinz (SPD): 39,4 Prozent. Für solche Kopf-an-Kopf-Rennen hat sich mal einer das mit dem "Wahlkrimi" einfallen lassen.

21.01 Uhr (174/190 Bezirke): CDU-Kandidat Hauer liegt jetzt wieder vorn: 39,7 zu 39,3 Prozent. Kurzer Blick auf die anderen Direktkandidaten im 120er: MdB Kai Gehring (Grüne) liegt bei 7,7 Prozent, Cornelia Swillus-Knöchel (Linke) bei 4,9 Prozent, FDP-Frau Petra Hermann bei 2 Prozent, Pirat Frank Höschen bei 2,1 Prozent.

20.55 Uhr (169/190 Bezirke): Petra Hinz: 51.252 Stimmen. Matthias Hauer: 51.287 Stimmen. Macht für beide: 39,5 Prozent.

Dirk Heidenblut (SPD, Essen II) und Arno Klare (SPD, Mülheim-Essen I) dagegen kann man schon jetzt zum direkten Einzug in den Bundestag gratulieren. Heidenblut liegt aktuell bei 48,7 Prozent (164/175 Bezirke ausgezählt), Arno Klare (SPD) bei 40,9 Prozent (134/140 Bezirke ausgezählt). Dort liegt Astrid Timmermann-Fechter (CDU) jetzt bei 36,1 Prozent.

Matthias Hauer (CDU): "Endlich mal einen Wahlkreis im Ruhrgebiet gewinnen"

20.50 Uhr: Hauer wirkt erstaunlich gefasst. Vielleicht, weil er wohl auch über die Landesliste der Christdemokraten in den Bundestag kommen wird. Dort hat der Rechtsanwalt den Listenplatz 30: "Aber das wäre nur ein halber Sieg", sagt der 35-Jährige. "Wenn es so eng ist, will man den Wahlkreis natürlich auch direkt gewinnen - endlich mal einen CDU-Wahlkreis im Ruhrgebiet."

20.45 Uhr: Petra Hinz (SPD) gegen Matthias Hauer (CDU): 49.768 Stimmen für Hinz, 49.773 Stimmen für Hauer. Kollegin Christina Wandt telefoniert jetzt gerade mit dem CDU-Kandidaten.

20.43 Uhr: Bei den Zweitstimmen im Essener Süden liegt die CDU jetzt – 161 von 190 Bezirke sind ausgezählt – schon deutlich vor der SPD: 36,1 zu 33,4 Prozent.

20.39 Uhr: Petra Hinz (SPD) gegen Matthias Hauer (CDU): 39,7 : 39,4%. Ausgezählt: 159 von 190 Stimmebezirken.

20.30 Uhr: Hinz gegen Hauer: 39,7 zu 39,6 Prozent. Jetzt hat der CDU-Kandidat die Bundestagsabgeordnete der SPD überholt. Von den 190 Wahlbezirken sind jetzt 157 ausgezählt.

20.15 Uhr: Wahlkreis 120 (Essen III), 139 von 190 Bezirke sind ausgezählt: Petra Hinz (SPD) liegt bei 40,2, ihr Herausforderer Matthias Hauer bei 38,0 Prozent. Bei den Zweitstimmen (142/190 Bezirke) liegt die CDU aktuell weiter vorn: Sie kommt auf 35,8 Prozent, die SPD liegt jetzt schon zwei Prozentpunkte dahinter.

20.05 Uhr: Wir konzentrieren uns mal auf den Essener Süden. Zu den Zweitstimmen, 117 von 190 Bezirken sind jetzt ausgezählt: Die CDU kommt auf 35,6 Prozent, die SPD nur auf 34,1 Prozent. Bei den Erststimmen liegt Petra Hinze (SPD) dagegen knapp vor Matthias Hauer (CDU): 40,6 zu 38,5 Prozent.

19.55 Uhr: Wie erwartet wird es nur im Essener Südkreis (120, Essen III) spannend. Dort sind 103 von 190 Bezirke ausgezählt: Bei den Erststimmen liegt SPD-Kandidatin und Bundestagsabgeordnete Petra Hinz mit aktuell 40,9 Prozent knapp vor CDU-Kandidat Matthias Hauer, der auf 38,4 Prozent kommt.

Bei den Zweitstimmen dagegen ist die CDU an der SPD vorbeigezogen (107/190 Bezirke erfasst): Die Union kommt aktuell auf 35,4 Prozent, die SPD 34,1 Prozent. Das wird spannend.

19.45 Uhr: Die Zwischenstände bei den Zweitstimmen: 118 (nur Essener Bezirke, 29/66 Bezirke erfasst): SPD: 41,2%, CDU: 32,3%; 119 (89/175 Bezirke): SPD: 42%, CDU: 27,8%; 120 (93/190 Bezirke erfasst): SPD: 34,4, CDU: 34,8.

19.40 Uhr: Spannender wird's sicher im Wahlkreis Essen III, wo MdB Petra Hinz (SPD) und Matthias Hauer (CDU) um das Bundestagsmandat kämpfen. Vor vier Jahren bereits lagen die beiden nur 2,5 Prozentpunkte auseinander. Aktuell sind im Essener Süden 68 von 190 Bezirken ausgezählt. Hinz: 41,6 Prozent. Hauer: 37,5 Prozent.

19.35 Uhr: Und schon jetzt zeichnet sich ab, dass SPD-Kandidat Dirk Heidenblut den Wahlkreis Essen II im Bundestag vertreten wird: 62 von 175 Bezirken sind ausgezählt, Heidenblut kommt auf 48,8 Prozent, Jutta Eckenbach (CDU) nur auf 29,6 Prozent.

Wie SPD und CDU den Wahlabend im Essener Rathaus erlebten

19.30 Uhr: Das Essener Wahlamt aktualisiert die Wahlergebnisse online mit jedem Ergebnis, das aus einem Stimmbezirk gemeldet wird. Von den 431 Bezirken sind jetzt 130 ausgezählt. Bei den Zweitstimmen kommt die SPD auf 39,1 Prozent. CDU: 31,0, FDP: 3,9, Grüne: 7,5, Linke: 8,0, Piraten: 2,4, AfD: 1,8, NPD: 2,2.

19.15 Uhr: Diese Stimmen hat Marcus Schymiczek bei den Essener Sozialdemokraten eingefangen:

Blankes Entsetzen und atemloses Schweigen nach der ersten Prognose. Nur das Abschneiden der FDP nötigt einigen Sozialdemokraten hämische Kommentare ab. Dieter Hilser, SPD-Vorsitzender: "Wir hätten uns zwei bis drei Prozentpunkte mehr gewünscht, aber das Ergebnis gibt den Trend der letzten Wochen wieder. Am Ende hat uns eine Machtoption gefehlt. Rot-Grün wurde ja immer unwahrscheinlicher." Die FDP habe die Quittung bekommen.

Thomas Kutschaty, NRW-Justizminister: "Die CDU ist nah dran an der absoluten Mehrheit. Das ist erschreckend. Damit hat keiner gerechnet. Ein Glück, dass das Wahlrecht geändert wurde. Sonst wäre es gefährlich schwarz geworden im Bundestag. "

Oberbürgermeister Reinhard Paß: "Die eigentliche Frage stellt sich erst in den nächsten Tagen: Wer stellt die Regierung."

Direktkandidat Dirk Heidenblut (Essen II), der der Auszählung entspannt entgegen blicken kann, sagte: "Schade, ich hatte mir für die SPD mehr vorgestellt. Insgesamt gibt das Ergebnis Rätsel auf." Eine rot-rot-grüne-Koalition schließt Heidenblut grundsätzlich nicht aus: "Es müsste aber eine Koalition mit einer stabilen Mehrheit sein, und danach sieht es nicht aus."

Bundestagsabgeordnete Petra Hinz (Essen III) freut sich über die hohe Wahlbeteiligung auch in Essen. "Opposition gehört zur Demokratie", sagt sie, meint aber damit nicht ihr eigenes Abschneiden. Die einlaufenden Ergebnisse aus dem Süd-Wahlkreis verfolgen sie und ihre Genossen mit großer Nervosität.

19.12 Uhr: In Essen sind nun 43 von 431 Wahlbezirke ausgezählt. Bei den Erststimmen liegt die SPD in den Wahlkreisen 118 (nur Essener Stimmbezirke) und 119 (Essen II) deutlich vorn. Im Wahlkreis 120 (Essen III) liegt Petra Hinz (SPD) etwa fünf Prozent vor Matthais Hauer (CDU) - in ihrem Wahlkreis sind aber auch erst 22 von 190 Bezirken ausgezählt.

18.40 Uhr: Bei den Grünen, die sich in der Geschäftsstelle am Kopstadtplatz, getroffen haben, ist die Stimmung weniger ausgelassen: Auch ein Gläschen Bio-Sekt kann Kai Gehring nicht trösten: „Dieses Ergebnis können wir uns nicht schöntrinken“, scherzt er etwas bitter. Der Sozialwissenschaftler ist dank seines gutes Listenplatzes zwar im Bundestag vertreten, doch konnte dies den Katzenjammer bei den Essener Grünen nicht dämpfen. „Gemessen an den Umfragen enttäuschend“, so Gehring. Elke Zeeb, Grünen-Kandidatin im Essener Norden, machte die Pädophilie-Debatte für das Ergebnis mitverantwortlich.

Linke-Kandidatin zur FDP: "Keine Schadenfreude, sondern gewählte Gerechtigkeit"

18.40 Uhr: Die Linke feiert das Bundesergebnis im Panoptikum am Gerlingplatz. Janina Herff, Direktkandidatin der Partei im Wahlkreis 119 (Essen II), freut sich "darüber, dass wir die drittstärkst Kraft in Deutschland sind." Und ja, die Linken im Panoptikum haben auch über das miserable Abschneiden der FDP gejubelt. "Das ist keine Schadenfreude, sondern gewählte Gerechtigkeit", findet Herff. Angesprochen auf ein mögliches rot-rot-grünes Bündnis im Bund, erklärt die 29-Jährige: "Wir müssen uns nicht anbiedern."

18.30 Uhr: Wir springen zurück - vor die erste Hochrechnung. Christina Wandt berichtet aus dem Rathaus über die CDU:

Zehn Minuten vor der ersten Hochrechnung gibt sich Matthias Hauer vorsichtig optimistisch: Der hochgewachsene CDU-Mann schaut vom Hinterzimmer in den Fraktionsaal, über viele Köpfe hinweg auf den Bildschirm, auf dem sich noch nichts tut. Hauer hofft auf den Einzug in den Bundestag, hofft, SPD-Frau Petra Hinz den Wahlkreis abzujagen. "2009 fehlten nur etwa 3700 Stimmen - bei knapp 200.000 Wahlberechtigten ist das nicht viel."

Sollte es wieder nicht reichen, werde er sich nicht allzu sehr grämen: "Ich habe einen Beruf, den ich mag."

Deutlich nervöser ist seine Parteifreundin Jutta Eckenbach, die zwar nicht mit einem Mandat rechnen kann, aber auf ein starkes Votum für Schwarz-Gelb hofft und während Jörg Schönborn im Fernsehen den Niedergang von Schwarz-Gelb in den Bundesländern beschreibt, seufzt Eckenbach: "Die letzte halbe Minute ist immer die schwerste."

Gerade zu nervenzerfetzend für alle im Raum wird es, als der Fernseher just um 18 Uhr mit Mucken und kurzem Bildausfall reagiert. Dann endlich ist der CDU-Balken mit den 42-Prozent zu sehen, der Saal jubelt - und Eckenbach ist vorerst erlöst. Nicht erlöst, aber doch "hochzufrieden" ist Matthias Hauer nach den ersten Hochrechnungen für die CDU: "Jetzt zittern wir noch mit der FDP und hoffen, dass die AfD es nicht schafft. Eine Kraft rechts von der CDU können wir im Bundestag nicht gebrauchen."

Ob er selbst ins Parlament einziehen wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch offen, doch im Fraktionssaal der CDU ist die Stimmung bestens. Mit großem Jubel haben die Christdemokraten in orangenen T-Shirts auf die erste Hochrechnung reagiert, dann folgte ein kleiner Schock, als das Ergebnis für die FDP aufpoppte. "Mensch Matthias, das wird ein spannender Abend", ruft Ratsfrau Jutta Eckenbach.

Anders als Hauer hat sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht im entferntesten an einen Umzug nach Berlin gedacht: "Ich bin ziemlich weit hinten auf der Liste - aber nun ist alles möglich." So denken viele der mit Angie-Plakaten ausgestatteten CDUler, die nun schon von der Möglichkeit einer absoluten Mehrheit für die CDU orakeln. Und nach dem ersten Schreck über das mutmaßliche Scheitern der FDP, gilt schnell die auch von Eckenbach formulierte Devise: "Hauptsache, die CDU ist stark."

Noch knackiger formuliert es Christian Kromberg, der heute als Christdemokrat ("nicht als Beigeordneter!") im Rathaus ist: "Es ist völlig egal, wer unter einer Kanzlerin Angela Merkel mitregiert." Reue, dass die CDU zuletzt keinerlei Bereitschaft hatte, der FDP Zweitstimmen abzugeben, ist bei niemandem zu hören: "Warum sollte man einem Partner Stimmen abgeben", fragt Kromberg. "Außerdem ist der Abend noch lang, da kann sich noch etwas tun für die Liberalen."

Wahlbeteiligung in Essen niedriger als im NRW-Schnitt

18.23 Uhr: Der erste von 431 Essener Stimmbezirken ist ausgezählt.

18.10 Uhr: Hier geht's gleich mit der Auszählung in den Stimmbezirken 118, 119 und 120 weiter.

18 Uhr: Vorbei. Jetzt fiebert Deutschland, fiebert Essen den ersten Prognose entgegen. Fortlaufend aktualisierte Prognosen zeigt auch die Grafik auf unserer Startseite. Für die FDP bahnt sich bei der Bundestagswahl eine Blamage an. Laut der Prognose erringen die Liberalen nur 4,7 Prozent. Damit wären sie nicht im neuen Bundestag vertreten. Die CDU legt zu und kommt demnach auf 42 Prozent. Auch die SPD verzeichnet ein Stimmenplus.

17.15 Uhr: Immerhin: Trotz der vergleichsweise niedrigen Beteiligung der Essener an der Bundestagswahl machten diesmal allem Anschein nach mehr Wahlberechtigte von ihrem Stimmrecht Gebrauch als 2009: Nach den Daten des Essener Wahlamtes lag die Wahlbeteiligung um 17 Uhr bei 68,1 Prozent – und damit um 2,1 Prozentpunkte über der von 2009.

Bei der vorigen Bundestagswahl 2009 lag die Wahlbeteiligung in Essen final bei 69,7 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2012 lag die Wahlbeteiligung in Essen bei 58,8 Prozent. Das steht auch in unserer Ergebnis übersicht für die heutige Bundestagswahl in Essen. Die aktuellen Wahlergebnisse stehen da freilich noch nicht drin.

17 Uhr: Im Laufe des Nachmittags haben sich dann doch noch viele Essener aufgerappelt: Anders als noch am Mittag lag die Wahlbeteiligung um 16 Uhr mit 61,54 Prozent doch höher als in Duisburg (51,1%) und Köln (75,0%), aber immer noch niedriger als im Landesschnitt, der um 16 Uhr bei 64,52 Prozent lag. Zum Vergleich: In Düsseldorf lag die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt bei 78,98 Prozent, in Mülheim bei 65,20.

16.45 Uhr: So erlebten die Wähler den Vormittag im Wahllokal "Chill Out" in Rüttenscheid. Letzter Satz: "so schlecht kann Demokratie gar nicht sein." Zum Bericht

16.10 Uhr: Die Wahlbeteiligung bis 16 Uhr: 61,5 Prozent der Essener Wahlberechtigten haben bis 16 Uhr ihr Kreuzchen gemacht. Vor vier Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt 59,3 Prozent gewesen.

16 Uhr: Dem Wahlkreis 118 Mülheim-Essen I gehört neben den Essener Stadtteilen Schönebeck, Bochold, Bedingrade, Borbeck-Mitte, Frintrop, Dellwig, Gerschede und Bergerborbeck das Mülheimer Stadtgebiet an. Über die Daten zur Wahlbeteiligung und zur Stimmenauszählung in Mülheim informieren wir Sie hier fortlaufend aktuell.

15 Uhr: Es bleibt dabei: Auch bis 15 Uhr liegt die Wahlbeteiligung in Essen zwei Prozentpunkte über der von 2009: 51,1 Prozent zu 52,1 (2009).

14 Uhr: Die Wahlbeteiligung in Essen ist bis 14 Uhr auf 46,1 Prozent gestiegen. Damit liegt sie zurzeit 2,1 Prozentpunkte über der bei den Bundestagswahlen 2009 zu diesem Zeitpunkt (44,0%). Zur Organisation hat Guido Mackowiak vom Wahlamt nichts Ungewöhnliches zu berichten: "Wir mussten wieder krankheitsbedingt ausgefallene Wahlhelfer ersetzen, aber sonst läuft alles planmäßig."

Vorne Formel 1, im Hinterzimmer Bundestagswahl

13.30 Uhr: Um die Mittagszeit ist im „Chill-out“ an der Hedwigstraße in Rüttenscheid schon so viel los, dass sich Schlangen vor den beiden Wahlkabinen bilden. Ralf Ludwig hat es sich darum erstmal im vorderen Teil des Wahl-Lokals mit einem Bekannten bei Bier und Cola gemütlich gemacht: „Wir haben uns vorhin zufällig in der Kirche getroffen.“ Messe in St. Ludgerus und Martin, Frühschoppen und Bundestagswahl, heißt der Dreiklang an diesem Sonntag. Seine Stimmen gibt Ludwig Rot und Grün.

Andere Gäste legen mehr Wert aufs Wahlgeheimnis, und der Wirt selbst hat nicht einmal das Wahlrecht: „Ich bin Serbe, bei uns wählt nur meine Frau, sie ist Deutsche“, sagt Novak Jorgic. Erst um vier Uhr früh hat er sein Lokal geschlossen, um sieben wieder geöffnet – denn ab acht durfte gewählt werden. Vorn wird nun Formel 1 geguckt, im Hinterzimmer werden Stimmen abgegeben. Zuständig fürs korrekte Verfahren sind Wahlvorstand Manfred Schütz sowie Gudrun Dreier („Wie der BMW“) und Najim Hamdaoui. Sie kämpfen ein wenig mit dem ortsüblichen Dämmerlicht: In Schulen und Seniorenheimen sei das Auszählen gewiss leichter.

Viele Kinder, die ihre Eltern begleiten, sind dagegen angetan von diesem Wahl-Lokal: Erst die Stimmabgabe, dann Kickern und Limo – so schlecht kann Demokratie nicht sein.

13.15 Uhr: Mit der etwas höheren Wahlbeteiligung liegt Essen zurzeit einerseits im Landestrend. Eine Stichprobe der Landeswahlleiterin in acht ausgewählten kreisfreien Städten und Kreisen ergab eine durchschnittliche Wahlbeteiligung von knapp 37 Prozent bis 12 Uhr. Das sind zwei prozentpunkte mehr als 2009 (etwa 35%).

Allerdings zeigt die Stichprobe auch, dass die Wahlbeteiligung in Essen bislang deutlich niedriger ist als etwa in Düsseldorf (bis 12 Uhr: 46,10%), Duisburg (34,4%), Mülheim (37,2%) und im Landesschnitt (37%).

13 Uhr: In Essen werden sich voraussichtlich mehr Wahlberechtige an der Bundestagswahl beteiligen als noch vor vier Jahren. Darauf deutet die Angaben des Wahlamtes hin: Bis 12 Uhr machten 28 Prozent der Wahlbeteiligten ihr Kreuz. Zu diesem Zeitpunkt lag die Beteiligung in Essen damit 1,6 Prozentpunkte über der von 2009 (26,4%).

"Für diese Prozentzahl haben wir die Briefwähler bereits berücksichtigt", erklärt Guido Mackowiak, stellvertretender Leiter des Essener Wahlamtes. Bis vorigen Mittwoch hatten bereits gut 11.000 Essener direkt im Wahlamt am Kopstadtplatz in der Innenstadt gewählt. Außerdem waren 82.582 Briefwahlanträge eingegangen. Bei der Bundestagswahl 2009 waren es noch 79.824.

 
 

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