Essen

Harte Strafen im Libanesen-Prozess in Essen: Lebenslange Haftstrafe für Todesschütze Mahmoud M.

Felix Laurenz
Kurz vor der Urteilsverkündung: Mahmoud M. (2. v. li.) und Khalid M. (3. v. li.) am Donnerstag in Essen im Gerichtssaal.
Kurz vor der Urteilsverkündung: Mahmoud M. (2. v. li.) und Khalid M. (3. v. li.) am Donnerstag in Essen im Gerichtssaal.
Foto: Felix Laurenz
  • Urteile nach tödlicher Libanesen-Fehde im April
  • Lebenslängliche Haftstrafe für Todesschütze Mahmoud M.
  • Mittäter wandern für sechs und sieben Jahre in den Knast

Essen. Harte Urteile im Libanesen-Prozess vor dem Landgericht. Es geht um die tödliche Fehde im April

Damals hatte Mahmoud M. (47) in Essen sechs Mal auf den 21 Jahre alten Mohammed E. geschossen. Er starb zwei Monate später im Krankenhaus an seinen Verletzungen.

Mahmoud M. muss deshalb jetzt lebenslänglich wegen Mordes ins Gefängnis. Es wurde eine besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Sein Mittäter Mohammad M. (36) muss ebenfalls wegen Mordes für sieben Jahre ins Gefängnis. Der jüngste Täter, Khalid M. (21) wurde nach Jugendstrafrecht wegen Beihilfe zum Mord verurteilt. Er muss sechs Jahre einsitzen.

Mit den Urteilen folgte das Gericht fast genau den Forderungen der Staatsanwaltschaft.

Tödliche Schüsse waren wohl Racheaktion

Mahmoud M. und seine Mitverschwörer hatten dem ahnungslosen Mohammed E. im April vor dem Restaurant „Arabesk“ an der Friedrich-Ebert-Straße aufgelauert.

Der Anschlag war offenbar Teil einer Fehde innerhalb der libanesischen Familie. Wenige Stunden vor den Schüssen hatten Männer in der Essener Innenstadt auf den Bruder von Mahmoud M. eingestochen. Die Angreifer waren Verwandte des später erschossenen Mohammed E.

Mahmoud M. wollte sich als unzurechnungsfähig verkaufen

M. versuchte sich im Laufe des Prozesses als nicht zurechnungsfähig zu verkaufen. Er habe nicht gewusst, was er tue.

Anstrengend war der Prozess für die Familie des getöteten Mohammed E. Seine Mutter trug während des Prozesses ein Medaillon mit dem Bild ihres getöteten Sohnes. Mehrfach brach sie während der Aussagen vom Mahmoud M. in Tränen aus.

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