Essen

Gewerkschafter: Wegen Einsatz im Hambacher Forst musste Polizei Essen Aktionen gegen Libanesen-Clans einschränken

Die Polizei stand im Hambacher Forst den Aktivisten gegenüber. (Archivbild)
Die Polizei stand im Hambacher Forst den Aktivisten gegenüber. (Archivbild)
Foto: dpa

Essen. Die Polizeieinsätze im Hambacher Forst haben für Schlagzeilen gesorgt: Tagelang haben sich Hunderte Beamte aus ganz Deutschland mit den in Baumhäusern lebenden Aktivisten auseinandergesetzt. Auch Polizisten der Essener Polizei waren dabei.

In der Zeit, in der die Polizisten im Hambacher Forst tätig waren, konnten viele Polizei-Aktionen in Essen nicht weitergeführt werden wie zum Beispiel auch Schwerpunkt-Aktionen gegen kriminelle Libanesen-Clans in der Essener Nordstadt.

Anweisung, Polizei-Aktionen weitestgehend einzuschränken

Heiko Müller, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Essen, sagt: „Es gab eine Anweisung aus dem NRW-Innenministerium, auf Polizeiaktionen in den Städten weitestgehend zu verzichten.“

Dem widerspricht eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums zum Teil. Zwar habe es einen Erlass gegeben, dass auf die Einsatzhundertschaften verzichtet werden müsse, da diese im Hambacher Forst gebraucht wurden.

Aber: „Die Aktionen konnten trotzdem gemacht werden, aber dafür mussten dann eigene Kräfte organisiert werden.“

------------------------------------

• Mehr Themen:

Hambacher Forst: RWE lehnt Millionen-Angebot eiskalt ab - doch Berliner Unternehmen will Wald unbedingt kaufen

Kriminelle Familien-Clans in Essen: Innenminister Reul mit schonungslosem Befund zur Szene

• Top-News des Tages:

Ex-BVB-Keeper Roman Weidenfeller bei Instagram: So emotional nimmt er Abschied von seiner Lisa

Studentin sitzt seit einer Woche am Flughafen in Israel fest – aus Überzeugung

-------------------------------------

Polizei Essen bestätigt, dass viel Arbeit liegen geblieben ist

Sprecher Peter Elke meint dazu nur: „Essen ist eine große Polizeibehörde und deshalb bei großen Einsatzlagen stärker betroffen als andere Behörden. Natürlich musste auch viel Arbeit liegen bleiben.“

Heiko Müller von der Gewerkschaft ergänzt: „Für viele Beamte von den Hundertschaften hat sich die Frage gestellt, warum sie den Einsatz im Hambacher Forst machen müssen, obwohl es in der eigenen Stadt genug zu tun gibt.“

Tod eines Journalisten sei für Polizisten schwierig zu verarbeiten

Emotional besonders getroffen hat die Polizisten der tödliche Sturz eines Journalisten. Die Hundertschaft der Essener Polizei habe in Sicht- und Hörweite des Unglücks gestanden, so sagt es Peter Elke von der Essener Polizei.

„Das geht unter die Haut, das steckt man nicht so leicht weg.“ Außerdem wäre es für die Polizisten sehr frustrierend gewesen, dass Aktivisten abends von den Baumhäusern heruntergeholt wurden und am nächsten Tag saßen sie wieder in der Baumkrone.

>>>Essener soll Kumpel erstochen haben wegen fehlenden Tattoos – und dann wollte er ihm noch den Kopf abschneiden

Durch den Einsatz mehrerer tausend Polizisten blieb in den Kommunen viel Arbeit liegen. Die Überstundenzahlen seien kaum abzubauen, siedeln sie sich laut Müller doch im fünfstelligen Bereich an. (fb)

 
 

EURE FAVORITEN