Essen

Guido Reil (AfD) ledert nach Europawahl in TV-Interview los: „Das ist richtig bitter“

Guido Reil redete sich im Interview nach der Europawahl in Rage.
Guido Reil redete sich im Interview nach der Europawahl in Rage.
Foto: Screenshot Phoenix

Essen. Guido Reil hat es geschafft. Der ehemalige SPD-Mann aus Essen-Karnap ist ins Europaparlament eingezogen. Von Listenplatz 2 der AfD war der Sprung nach Brüssel für Reil ohnehin nur Formsache.

Doch obwohl die AfD im Vergleich zur Europawahl von 2014 kräftig zulegte (11,0 Prozentpunkte statt 7,1) erlitten die Rechtspopulisten einen ersten Dämpfer, blieben sogar unter ihrem Ergebnis bei der Bundestagswahl 2017. Der Vormarsch der AfD - zumindest in Westdeutschland gerät er ins Stocken.

Guido Reil von Wahlergebnis der AfD enttäuscht

Reil machte im Gespräch mit Phoenix-Reporter Alexander Kähler seinem Ärger dann auch sofort Luft: „Nach der letzten Stimmung haben wir mit 13,14 Prozent gerechnet. Und mit der Erwartung bin ich heute auch hingekommen. Es wäre eine Lüge, wenn ich sagen würde, ich wäre nicht enttäuscht.“

Guido Reil im Interview nach der Wahl

Und die Schuldigen für das vergleichsweise schlechte Abschneiden hatte Reil auch schon ausgemacht: „Das Hauptproblem ist gewesen, dass wir tatsächlich alleine gegen alle gekämpft haben. Und das in einer Heftigkeit, die selbst wir bei der AfD noch nicht erlebt haben.“ Kirchen, Gewerkschaften. Alle seien gegen die AfD gewesen.

Frontaler Angriff und Spott für die SPD

Während des Interviews redet Reil sich dann immer weiter in Rage, greift die Grünen, die größten Gewinner der Europawahl, heftig an: „Wenn man sich überlegt, dass die Grünen, die von allen gehypt werden, die von allen unterstützt werden, dann nur 22 Prozent geholt haben. Dann ist das Ergebnis fast noch schlecht.“ Diese Meinung dürfte Reil allerdings exklusiv haben, schließlich konnten die Grünen ihre Stimmanteile im Vergleich zur vorherigen Europawahl fast verdoppeln.

Schließlich griff Reil auch seine einstige Partei, die SPD, frontal an. Die Sozialdemokraten hatten eine historische Schlappe erlitten, rutschten auf 15,8 Prozentpunkte ab - ein schlechteres Ergebnis erzielte die SPD bei einer bundesweiten Wahl nie. Reil legte den Finger in die Wunde.

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„Das schönste an diesem Tag heute ist der endgültige Niedergang der SPD. Also nach diesem katastrophalen Ergebnis, nach dieser vernichtenden Niederlage, müssten eigentlich gestandene Sozialdemokraten sofort zurücktreten“, so Reil.

 
 

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