Essen

„Brüssel ist ein Irrenhaus!“ Guido Reil erklärt Kandidatur für das Europa-Parlament – und plant eine eigene „Sendung mit der Maus“

Guido Reil bei einer Wahlkampfveranstaltung im Mai 2017 in Gelsenkirchen.
Guido Reil bei einer Wahlkampfveranstaltung im Mai 2017 in Gelsenkirchen.
Foto: Thomas Schmidtke / FUNKE Fotoservices
  • Der Essener AfD-Mann Guido Reil kandidiert für einen Sitz in Brüssel
  • Dabei schimpft er über das Europa-Parlament
  • Sein Ziel: Den Ahnungslosen erklären, was dort überhaupt passiert

Essen. „Ich bin doof!“ Mit dieser eigenwilligen Kampfansage verkündete Guido Reil kürzlich seine Kandidatur für einen Sitz im Europa-Parlament.

Von Essen nach Brüssel – das wäre für den AfD-Ratsherren aus Karnap auch der Schritt vom politisch engagierten Bergmann zum Vollzeitpolitiker. Die Chancen stehen gut: Beim AfD-Bezirksparteitag in Düsseldorf ergatterte Reil den Listenplatz 2 – direkt hinter dem jetzigen Europa-Abgeordneten Jörg Meuthen.

Guido Reil kandidiert für Europa – und schimpft über Brüssel

Im Gespräch mit DER WESTEN erklärt Guido Reil seine Kandidatur. Sein Ziel ist nichts Geringeres als die „Rettung des Ruhrgebiets. Und das geht eben nicht von Essen oder Düsseldorf aus – sondern nur in Berlin oder Brüssel. Die EU reißt immer neue Kompetenzen an sich, nur dort kann man noch ernsthaft Dinge bewegen.“

Wenn Reil über das Europa-Parlament spricht, versteht man nicht, warum es ihn dort hinzieht. Denn das bezeichnet er als „Riesen-Moloch“ und „großes Irrenhaus“.

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Sollte seine Kandidatur erfolgreich sein, will er erst einmal das Konstrukt verstehen, um es dann anderen erklären zu können. „Niemand versteht Brüssel und was die dort treiben. Ich will all denen, die keine Ahnung haben, was dort vor sich geht, die Politik erklären.“

Reil plant „Sendung mit der Maus“ über das Konstrukt Europa-Parlament

Seine Idee: Eine Art „Sendung mit der Maus“, damit die deutschen Bürger die Prozesse des Europäischen Parlaments verstehen können. Auf einen grünen Pullover will er dabei nach eigenen Aussagen aber verzichten – und lieber bei seinen „Camp David“-Hemden bleiben.

Und was hatte es mit seiner „Ich bin doof“-Aussage auf sich? „Das ist die Meinung derer, die nicht so gerne sehen, dass ich für einen Sitz im Europa-Parlament kandidiere“, so Reil gegenüber DER WESTEN. „Ich verfüge nicht über die akademische Ausbildung, die man dort angeblich braucht. Stattdessen will ich beweisen, dass man dort auch mit einem Hauptschul-Abschluss was bewegen kann.“

Was genau bewegt werden soll, bleibt unklar. Schließlich versteht Guido Reil ja selbst noch nicht so ganz, was auf ihn zukommt.

 
 

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