Essen

Guido Reil (AfD) wendet sich nach Demo-Zwischenfall an Fans — und berichtet von einem ominösen Anruf

Nach seiner Ingewahrsamnahme hat sich AfD-Mann Guido Reil in einem Facebookvideo an seine Fans gewandt.
Nach seiner Ingewahrsamnahme hat sich AfD-Mann Guido Reil in einem Facebookvideo an seine Fans gewandt.
Foto: Screenshot Facebook
  • AfD-Politiker Guido Reil ist am Dienstag in Gewahrsam genommen worden
  • Nun wendet sich der AfD-Mann mit einem Video an seine Fans
  • Dort erzählt er von einem ominösen Anruf
  • Was hat es damit auf sich?

Essen. AfD-Politiker Guido Reil ist am Dienstag durch die Polizei an der Teilnahme einer Maidemonstration in Essen gehindert worden. Der Grund: Bei einem Mitarbeiter Reils sei ein Pfefferspray gefunden worden, teilte die Polizei auf Anfrage von DER WESTEN mit.

Dem Politiker war daraufhin ein Platzverweis ausgesprochen worden, dem er allerdings nicht nachgekommen sei. Deshalb wurde er bis zum Ende der Demonstration in Gewahrsam genommen.

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In einem Facebook-Video beklagt sich der AfD-Mann nun bitterlich über die Polizeimaßnahme und erklärt, in seinen Grundrechten beschnitten worden zu sein. Hier erklären wir, warum der Einsatz aus juristischer Sicht gerechtfertigt war.

Zu einem späteren Zeitpunkt des Videos sagt Reil, dass er drei Stunden lang auf eine angebliche Richterin habe warten müssen. Zwei Minuten, bevor diese gekommen sei, habe es einen Anruf „von oben“ gegeben und Reil habe ohne Richterin gehen können.

Die Aussagen im Detail:

„Natürlich habe ich mir diesen Platzverweis nicht gefallen lassen und daraufhin wurde ich dann eben festgenommen und deswegen habe ich drei Stunden da gesessen. Und ich habe die drei Stunden da gewartet, einer Richterin vorgeführt zu werden. Das war nämlich der Sinn der ganzen Übung. Spannenderweise - zwei Minuten bevor ich dieser Richterin vorgeführt wurde, wurde ich freigelassen. Da kam ein Anruf von oben, haben die mir gesagt, und ich könnte gehen, tschüss. Ohne Richterin. Und ich wollte mit dieser Richterin sprechen, ich wollte sie nämlich mal fragen, ob das alles so richtig ist. Ja. Diese Frage werden wir in vielen Wochen und Monaten wohl beantworten. Aber darum kümmern wir uns.“

Die Aussagen des Politikers zur angeblichen Richterin und dem ominösen Anruf „von oben“ erscheinen merkwürdig. Denn bei einer Ingewahrsamnahme werden die Betroffenen einem Richter nicht vorgeführt.

„Wie er auf die Sache mit dem Richter kommt, erklärt sich mir nicht“

Auf Anfrage von DER WESTEN sagt Polizeisprecherin Sandra Steinbrock dazu: „Mit Beendigung der Demonstration ist Herr Reil entlassen worden und bei der Ingewahrsamnahme waren wir im Bereich der Gefahrenabwehr unterwegs. Wie er auf die Sache mit dem Richter kommt, erklärt sich mir nicht.“

Denn dem Haftrichter werde man vorgeführt, wenn man eine Straftat begangen hat. Nicht aber, wenn man in Gewahrsam genommen worden ist. „Dass Herr Reil damit nicht einverstanden ist, kann ich aus seiner Sicht irgendwo verstehen, aber dass er jetzt von einem Richter spricht, ergibt keinen Sinn.“

 
 

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