Essen

Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet: Dean Martin L. sagt aus – dann folgen turbulente Szenen

Dean Martin L. hatte seinen bisherigen Aussagen nichts hinzuzufügen.
Dean Martin L. hatte seinen bisherigen Aussagen nichts hinzuzufügen.
Foto: Daniel Sobolewski / DER WESTEN

Essen. Mit Spannung wurde die angekündigte Aussage von Dean Martin L. (18) beim Prozess um die Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet erwartet.

Weil Mittäter Gianni H. (19) zuvor ein umfangreiches Geständnis abgelegt und alle ihm vorgeworfenen Taten eingeräumt hatte, standen Dean Martin L. und der Mitangeklagte Enrico F. massiv unter Druck.

Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet: Dean Martin L.: Habe Aussage nichts hinzuzufügen

Die Ansage des Vorsitzenden Richters Volker Uhlenbrock: Die bisherigen Aussagen der beiden jungen Männer sind in den Augen der Kammer keine Geständnisse – und damit auch nicht strafmildernd.

Bereits vor dem Prozesstag kündigte die Verteidigung von Dean Martin L. deshalb an, dass der 18-Jährige kurz vor der Schließung der Beweismittel-Aufnahme noch einmal aussagen wird.

Am Dienstag ergriff Dean Martin L. dann das Wort – und ergänzte… nichts!

„Ich habe noch einmal gut über alles nachgedacht und habe meinen Aussagen nichts hinzuzufügen. Ich werde mich nicht geständig in Taten zeigen, wo ich der Meinung bin, dass es so nicht gewesen ist“, stellte L. klar.

Ein deutliches Statement des Angeklagten, das auch an Gianni H. gerichtet ist. Die Verteidigung von L. vermutet hinter Teilen des Geständnisses von H. ein Lippenbekenntnis, um sich vor der Kammer als besonders kooperativ darzustellen.

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Mit seinen Worten stellte Dean Martin L. klar, dass er bei seiner Position bleibt. Das betrifft insbesondere die beiden WhatsApp-Gruppen „Spinnen GE“ und „Scorpions MC 1%“ und die Frage, ob diese mit der Intention gegründet wurden, dort die Vergewaltigungs-Pläne zu schmieden.

Im Anschluss an die (Nicht-)Aussage von L. schloss Richter Uhlenbrock die Beweisaufnahme. Die Plädoyers werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten, da mit Antonio H. (17) ein Minderjähriger unter den Angeklagten ist.

Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet: Enrico F. will aussagen – zu spät!

Doch als Zuschauer und Presse gerade den Saal verließen, ergriff plötzlich die Verteidigung von Enrico F. (24) das Wort.

Rechtsanwalt Joachim Mamot stellte klar, dass auch F. noch einmal aussagen will – jedoch Minuten zu spät, denn das ist nach Schließung der Beweisaufnahme nicht mehr möglich.

Der Anwalt betonte, dass das Mikrofon zuvor nicht funktioniert habe, er deshalb nicht zu Wort kam. Es entstand eine rege Diskussion zwischen Richter und Verteidigern, ob Enrico F. noch einmal sprechen und seine Aussage ergänzen darf.

Richter Uhlenbrock hätte hier die Beweisaufnahme wieder aufnehmen können, tat dies aber nicht. Für F.s Verteidigung möglicherweise ein Einlass, nach dem Urteil in Revision zu gehen.

Das Urteil wird für den 26. November erwartet.

 
 

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