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Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet: Dean Martin L. kündigt brisante Aussage an

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Dean Martin L. ist angeklagt, mit vier Komplizen Mädchen brutal vergewaltigt zu haben. Foto: Daniel Sobolewski / DER WESTEN

Essen. 

Wenige Tage vor dem Ende des Prozesses um die brutalen Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet sorgte der Angeklagte Gianni H. (19) mit einem vollumfänglichen Geständnis für einen Paukenschlag.

Darin räumte er nicht nur ein, an allen ihm vorgeworfenen Taten beteiligt gewesen zu sein. Gianni H. bestätigte auch, dass die in der Anklage vorgeworfene Schwere der Taten zutreffe.

Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet: Dean Martin L. kündigt Aussage an

Außerdem erklärte H., die WhatsApp-Gruppen der Vergewaltiger-Bande sei gegründet worden, „um Mädchen zum Sex zu zwingen“. Diese von seiner Verteidigerin Regina Klose verlesene Aussage brachte eine neue Wendung in einem fast abgeschlossenen Prozess.

Denn mit diesem umfassenden Geständnis (hier alle Details) setzte er vor allem die mitangeklagten Dean Martin L. (18) und Enrico F. (24) massiv unter Druck. Wie der Vorsitzende Richter Volker Uhlenbrock durchblicken ließ, wertet die Kammer die Aussagen dieser beiden Angeklagten bislang nicht als komplettes Geständnis (>> das hat Dean Martin L. bislang ausgesagt).

Im Gegensatz zu den drei geständigen Mittätern dürften Dean Martin L. und Enrico F. im Fall einer Verurteilung also nach derzeitigem Stand nicht auf eine Milderung der Strafe hoffen.

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Auch die Verteidiger von Dean Martin L. waren überrascht von Gianni H.s Geständnis beim Prozess um die Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet.

Als Reaktion darauf und auf die Vorhaltung durch Richter Uhlenbrock kündigte Anwältin Gönül Üstebay gegenüber DER WESTEN eine Aussage von L. beim nächsten Prozesstag am Dienstag an.

Dean Martin L.: Klare Kante zu Vorwürfen und WhatsApp-Gruppen

Darin wird Dean Martin L., der durch eine Öffentlichkeitsfahndung zum Gesicht der Vergewaltiger-Bande geworden war, voraussichtlich klare Kante zu den Vorwürfen und seiner Rolle bei den Taten beziehen.

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Und auch zu den WhatsApp-Gruppen „Spinnen-GE“ und „Scorpions MC 1%“ hat L. noch etwas zu sagen. Die große Frage: Wurden sie mit der Intention gegründet, dort die Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet zu planen?

Für eine solche Aussage bleiben Dean Martin L. und Enrico F. nun nicht mehr viel Zeit. Schon am Dienstag könnte die Beweisaufnahme abgeschlossen werden. Sobald anschließend mit den Plädoyers begonnen wurde, ist die Chance zum Geständnis vertan.