Essen

Gruppenvergewaltigungen in Essen: Warum die Polizei nicht vor der Bande hätte warnen können

Brutale Gruppenvergewaltigung von jungen Mädchen

Brutale Gruppenvergewaltigung von jungen Mädchen

Die Taten sind unfassbar perfide: Mehrfach sollen fünf junge Männer im Alter zwischen 16 und 23 Jahren junge Mädchen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben.

Beschreibung anzeigen

Essen. Mit abscheulicher Perfidie planten und begingen sie ihre Taten: Fünf jungen Männern wird vorgeworfen, mindestens zwei junge Mädchen brutal vergewaltigt zu haben.

Stundenlang hatte die Gruppe von fünf jungen Männern zwischen 16 und 23 Jahren die Mädchen in ihrer Gewalt.

Das war die abscheuliche Masche

Nach Ansicht von Polizei und Staatsanwaltschaft liefen die Taten folgendermaßen ab: Einer der jungen Männer lockte die Mädchen zu einer gemeinsamen Autofahrt mit Freunden. Dann nahmen die mutmaßlichen Täter unter einem Vorwand den Mädchen die Handys ab, fuhren zu einer entlegenen Stelle in einem Wald im Essener Süden und vergewaltigten sie. (Alle Infos zur perfiden Masche gibt es hier)

Eine der Taten geschah am 16. Januar, das Mädchen zeigte die Tat am 17. Januar an. Noch am selben Abend konnte die Polizei einen der mutmaßlichen Täter verhaften.

Verdächtiger schon am 18. Januar dem Haftrichter vorgeführt

Das Unfassbare: Am 18. Januar begingen mindestens einige der anderen jungen Männer eine weitere Tat. Hätten die Behörden vor der Vergewaltigerbande warnen und somit weitere Taten verhindern können?

-------------------------------------

• Weitere Nachrichten zu diesem Thema:

Mädchen „selber schuld“ an brutalen Gruppenvergewaltigungen in Essen? Warum dieser Vorwurf absurd und unverschämt ist – Ein Kommentar

Brutale Gruppenvergewaltigung von jungen Mädchen (16): Polizei sucht Dean Martin Lauenburger (18)

• Top-News des Tages:

Konzert von Ed Sheeran in Essen scheitert nicht an der Feldlerche – Warum es trotzdem weiter auf der Kippe steht

Polizei findet zwei Tote in Bottroper Garage: Frau (44) soll Vermisste aus Bergkamen sein

-------------------------------------

„Nein, das wäre gar nicht möglich gewesen, weil wir zu dem Zeitpunkt noch keine Zusammenhänge sehen konnten“, sagt der Essener Polizeisprecher Lars Lindemann. Der Verdächtige, den die Beamten schon am 17. Januar festgenommen hatten, wurde bereits am 18. Januar dem Haftrichter vorgeführt.

Gruppe beging wohl noch eine Tat - nach der Verhaftung des Verdächtigen

Im Laufe des 18. Januar hatten die Beamten das Smartphone des Mannes ausgewertet - und so erst einen Zusammenhang zu einer weiteren angezeigten Tat im Dezember und den vier weiteren beteiligten jungen Männern hergestellt. Erst danach hätten die Behörden an die Öffentlichkeit gehen können.

Da war eine weitere Tat aber bereits passiert - noch vor der Festnahme der weiteren Verdächtigen.

Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch hatte es noch den Anschein gehabt, als hätten Staatsanwaltschaft und Polizei bereits am 17. Januar einen Zusammenhang zwischen den Taten hergestellt. „Das ist ein Missverständnis“, so Lindemann.

Die Polizei fahndet nach wie vor nach einem der Verdächtigen: Wer Hinweise zu Dean Martin L. geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei unter der Nummer 0201 / 8290 zu melden.