Essen

Gruppenvergewaltigungen in Essen: Diese offenen Fragen wird der Prozess bald klären

Die Polizei hatte im Rahmen ihrer Ermittlungen ein Foto von Dean Martin L. veröffentlicht: Er ist einer der fünf Angeklagten, die sich wegen der Gruppenvergewaltigungen in Essen und Gelsenkirchen vor dem Landgericht Essen verantworten müssen.
Die Polizei hatte im Rahmen ihrer Ermittlungen ein Foto von Dean Martin L. veröffentlicht: Er ist einer der fünf Angeklagten, die sich wegen der Gruppenvergewaltigungen in Essen und Gelsenkirchen vor dem Landgericht Essen verantworten müssen.

Essen. Am Freitag beginnt der Prozess gegen fünf junge Männer, die in Essen und Gelsenkirchen immer wieder junge Mädchen brutal vergewaltigt haben sollen.

Der Fall hat bundesweit für Entsetzen gesorgt - auch wegen der Kaltblütigkeit und Perfidie, mit der die Täter vorgegangen sind.

Gruppenvergewaltigungen in Essen: Männer lockten Mädchen an entlegene Orte

Die 17 bis 24 Jahre alten Männer hatten die jungen Frauen an entlegene Orte gelockt und unter Androhung von Gewalt stundenlang missbraucht - so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

>> Hier alle Infos zur perfiden Masche der Täter <<

Der Prozess wird wohl auch viele der offenen Fragen klären, die noch immer im Raum stehen. Hier die wichtigsten:

1. Was steht in dem mysteriösen Knastbrief in Sinti-Sprache?

Seit dem 15. Februar sitzen vier der fünf Angeklagten in Untersuchungshaft. Nach Informationen von DER WESTEN haben zwei von ihnen versucht, über Briefe in einer Sinti-Geheimschrift Kontakt aufzunehmen. Offenbar wollten sie sich über die Inhalte ihrer Geständnisse absprechen.

Verdächtige tauschten Briefe in Sinti-Geheimsprache aus

Ein JVA-Mitarbeiter fing einen Brief ab. Der genaue Inhalt ist noch unbekannt. Er soll dabei auf ein Teilgeständnis abzielen, mit dem die Hauptschuld auf die anderen drei Angeklagten abgewälzt werden soll. Im Laufe des Prozesses wird es dazu wohl weitere Antworten geben.

2. Hätten die Behörden die Bevölkerung früher warnen können?

Am 17. Januar erstattete eines der Opfer der fünf Angeklagten Anzeige. Zwei Wochen zuvor hatte ein anderes Mädchen ebenfalls Anzeige erstattet. In beiden Fällen waren die Täter nach ähnlichem Muster vorgegangen.

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Bei einer Pressekonferenz hatte es geheißen, die Ermittler hätten einen Zusammenhang zwischen den Taten erkannt. Hätten also zwei weitere Taten vom 21. und 24. Januar verhindert werden können, wenn die Behörden gewarnt hätten?

„Man ist davon ausgegangen, dass es nicht zu weiteren Taten kommt“

Oberstaatsanwältin Anette Milk sagte zuletzt gegenüber DER WESTEN: „Als erstmals ein Zusammenhang zwischen den Anzeigen vom 29. Dezember und 17. Januar hergestellt wurde, war das Bild von den Taten und der ‚Masche‘ der Gruppe gar nicht so klar, wie es heute für uns erkennbar ist.“

Ein Ermittlungsverfahren sei ein dynamischer Prozess, bei dem der Zuwachs von Erkenntnissen zu veränderten Einschätzungen führe.

Zunächst sei man nur von zwei Taten ausgegangen. Von den Tatverdächtigen war einer sofort festgenommen worden, während die anderen noch in Freiheit waren. „Man ist damals davon ausgegangen, dass es nicht zu weiteren Taten kommen würde, weil die Festnahme des ersten Beschuldigten ja nicht unbemerkt geblieben sein konnte“, so Milk.

Dean Martin L.: „Ich bin mehr Opfer als Täter“

Doch es kam anders: Offenbar völlig unbeeindruckt von der Festnahme ihres Komplizen vergewaltigten die anderen Mitglieder der brutalen Bande weiter.

Die genauen Abläufe der Ermittlungen werden auch Gegenstand bei der Beweisaufnahme im Prozess sein.

3. Verdächtiger Dean Martin L.: „Ich bin mehr Opfer als Täter.“ Was meint er damit?

Die Polizei kam nach der Festnahme des ersten Verdächtigen schnell auf die Spur der anderen mutmaßlichen Täter. Einer von ihnen, Dean Martin L., versteckte sich jedoch zunächst. Nach einer großangelegten Öffentlichkeitsfahndung stellte sich L. schließlich.

Über seinen Anwalt ließ er verlauten: „Ich bin mehr Opfer als Täter.“ Dean Martin L. habe damit zum Ausdruck bringen wollen, dass er ein Opfer der Justiz und der medialen Berichterstattung sei, erklärte Hans Reinhardt, der Anwalt von L., gegenüber DER WESTEN.

Dean Martin L.: Zum Gesicht des Verbrechens geworden

Wegen der Öffentlichkeitsfahndung sei er zum Gesicht der Verbrechen geworden. Dabei sei L. nicht der Anführer und Lockvogel der Vergewaltigerbande gewesen.

Welche Rolle Dean Martin L. nun bei den Taten spielte, wird sich im Verfahren vor dem Essener Landgericht klären.

 
 

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