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Gruppenvergewaltigung in Essen: 17-Jährige missbraucht – Opfer spricht über die Tat: „Alles, was ich bisher erzählt habe ...“

Essen: Gruppenvergewaltigung vor Gericht

Am 25. November begann am Landgericht Essen der Prozess gegen fünf Männer. Sie sollen vor zwei Jahren eine damals 17-Jährige missbraucht haben.

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Essen. Die Ereignisse des 4. August 2017 lasten schwer auf der 19-jährigen Frau – das ist für jeden im Saal des Landgerichts Essen deutlich spürbar. Als der Vorsitzende Richter Volker Uhlenbrock fragt, was an jenem Tag vorgefallen ist, senkt die junge Frau den Blick und schweigt.

Sie blickt zur Anklagebank links neben ihr. Dort sitzen Shakiel H. (22) und vier weitere Männer – sie sollen die damals 17-Jährige an jenem Tag in einer Wohnung in Essen brutal vergewaltigt haben.

Essen: Von mehreren Männern vergewaltigt – jetzt spricht ihr Opfer (19) vor Gericht

Rund eine Stunde lang hatte sie zuvor alle Fragen des Richters beantwortet – wenn auch mit einigen Erinnerungslücken und widersprüchlichen Zeitangaben. Sie sprach über ihre Zeit im Obdachlosenheim, über ihre schwierige Beziehung zu ihrer Mutter und erzählte von einer drogensüchtigen Freundin, die sie stalkte und als Babysitterin missbrauchen wollte.

Doch als die Frage nach dem 4. August 2017 aufkommt, verstummt die 19-Jährige. „Ich habe die Erinnerung verdrängt“, gibt sie schließlich auf Nachfrage des Richters von sich. „Alles, was ich bisher erzählt habe, war nicht so schlimm wie dieser Tag.“

Der angeklagte Shakiel H. traf das Mädchen zufällig am Hauptbahnhof

Die Anklageschrift, die bereits beim Prozessauftakt am 25. November verlesen wurde, klingt wie ein einziger Alptraum. Am 4. August 2017 gegen 13 Uhr soll Shakiel H. die damals 17-Jährige gefragt haben, ob sie mit ihm komme. Nachdem sie ablehnte, soll der Angeklagte sie am Hals gepackt haben. >>>hier mehr dazu lesen

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Daraufhin flüchtete sie in eine Toilette und harrte dort eine halbe Stunde aus. Doch ihr Angreifer wartete draußen noch immer auf sie und soll gedroht haben, sie „grün und blau“ zu schlagen, wenn sie nicht mitkomme.

Acht Männer sollen die 17-Jähige vergewaltigt haben – nicht alle wurden gefasst

Aus Angst habe sie Shakiel H. in die Wohnung in der Altendorfer Straße begleitet. Dort sei sie gezwungen worden, eine rote Tablette einzunehmen, durch die sie zunächst „weggetreten“ war. Die Staatsanwalt spricht anschließend davon, dass anschließend insgesamt acht Männer die vor Schmerzen schreiende Minderjährige vergewaltigt haben sollen: Erst der bereits vorbestrafte Sharik H., dann sieben weitere Täter.

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Von den letzteren sitzen nun vier neben H. auf der Anklagebank, zwei weitere mutmaßliche Täter konnten bisher noch nicht identifiziert werden. Das bestätigte Essens Gerichtssprecher Dr. Johannes Hidding gegenüber DER WESTEN. Der achte und letzte Mitangeklagte sei, „im Moment nicht auffindbar“, so Hidding. „Das Verfahren gegen ihn wurde abgetrennt.“

Der Hauptangeklagte Shakiel H. (22) bestreitet die Tat

Die zwischen 20 und 24 Jahre alten Männer haben sich vor Gericht noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Gegenüber dem Haftrichter hatte der Hauptangeklagte Shakiel H. jedoch seine Tat bestritten: „Ich habe keine Schuld auf mich geladen, bin unschuldig inhaftiert.“

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In seiner Version der Geschichte kam es nach dem zufälligen Treffen am Essener Hauptbahnhof zu einvernehmlichem Sex in der Wohnung eines Mitangeklagten. Am nächsten Tag soll die damals 17-Jährige wütend gewesen, weil Shakiel H. keine Beziehung mit ihr gewollt habe.

Nun sollte das Opfer selbst aussagen. „Ich kenne die Leute“, sagt sie beim Blick auf die Anklagebank. Vier der fünf Männer sei sie erstmals am Tag der Vergewaltigung begegnet – der Hauptangeklagte sei ihr aber schon länger bekannt.

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Sie erzählt, dass sie den 22-Jährigen flüchtig über ihren Ex-Freund kennengelernt habe. Er soll dessen Mutter gekannt haben, war sogar einmal zur selben Zeit wie sie dort zu Besuch.

Aussage vor Gericht fällt ihr schwer

Am 4. August 2017 trafen sich die damals 17-Jährige und der Hauptangeklagte dann zufällig am Hauptbahnhof in Essen. Vor der dortigen McDonalds-Filiale wollte sie sich eigentlich mit einer Freundin treffen, die jedoch unerwartet kurzfristig absagen musste.

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„Wir haben geredet“, fängt die nun 19-Jährige an, von ihrem Treffen mit Shakiel H. zu erzählen. Dann stockt sie. Es fiele ihr schwer, vor so vielen fremden Leuten über diese Dinge zu sprechen, lässt sie über ihre Anwältin mitteilen. Ihre weiteren Aussagen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der Prozess wird am 5. Dezember am Landgericht Essen fortgesetzt. Insgesamt sind noch vier Fortsetzungstermine bis zum 16. Dezember geplant, bevor ein Urteil gefällt werden soll.

 
 

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