Essen

Großrazzia im Rotlichtviertel in Essen: Ermittler mit Ekel-Verdacht!

Großrazzia am Freitagabend im Essener Rotlichtmilieu: In einer gemeinsamen Aktion umstellten Einsatzkräfte die Stahlstraße.
Großrazzia am Freitagabend im Essener Rotlichtmilieu: In einer gemeinsamen Aktion umstellten Einsatzkräfte die Stahlstraße.
Foto: Rene Anhuth / ANC-NEWS

Essen. Sie soll einer der ältesten Bordellstraßen Deutschlands sein, nun ist sie ins Fadenkreuz der Polizei gerückt. Die Stahlstraße in Essen, unweit der Uni, ist am Freitagabend umstellt worden.

Unter Federführung der Stadt Essen, führten Kräfte der Polizei, unterstützt von einer Einsatzhundertschaft, Mitarbeiter vom Zoll, der Steuerfahndung und des Ausländer- und Ordnungsamtes eine Groß-Razzia durch.

Dabei bestätigte sich für die Ermittler ein ekeliger Verdacht.

Großrazzia in Essen: Unhaltbarer Hygiene-Zustände festgestellt

Insgesamt 17 Bordellbetriebe und rund 100 Prostituierte sind bei der Großrazzia kontrolliert worden. Wegen „unhaltbarer hygienischer Zustände“ ordnete die Stadt die sofortige Schließung eines Bordells an.

„Wir gehen davon aus, dass ein Gesundheitsrisiko für die beschäftigten Frauen vorliegt“, sagte Stadtsprecherin Silke Lenz. Die Frauen mussten das Bordell noch in der Nacht räumen. Mitarbeiter des Ordnungsamtes hatten zuvor im Hinterhof sechs völlig zugemüllte Garagen, zahlreiche Hundekot-Haufen und Ratten entdeckt.

Überprüft wurde unter anderem, ob die Frauen ordnungsgemäß als Prostituierte angemeldet sind und sich regelmäßig gesundheitlich untersuchen lassen.

Essen: Frauen aus Osteuropa im Rotlichtviertel „abgeliefert“?

Ebenfalls der Verdacht des umfassenden Menschenhandels und des Verstoßes gegen das Prostituiertengesetz veranlasste die Behörden zu der großangelegten Aktion, daher wurden unteranderem Durchsuchungen und Personenüberprüfungen durchgeführt.

Frauen, vorwiegend aus dem östlichen Teil von Europa, sollen dort regelmäßig „abgeliefert“ worden sein, um entsprechende Einnahmen im Rahmen der Prostitution für die Männer im Hintergrund zu generieren.

Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes sagte am Abend, dass von den Frauen „überwiegend alle“ nach dem Prostituierten-Schutzgesetz angemeldet gewesen seien.

Nach Angaben einer Zoll-Sprecherin bestand bei einer Frau der Verdacht, dass sie sich illegal in Deutschland aufhält. In vier Fällen werde nun geprüft, ob Sozialleistungsbetrug vorliege. Bei sechs Arbeitgebern will der Zoll Geschäftsunterlagen genauer unter die Lupe nehmen. Die Polizei fand in einem Bordell „weißes Pulver“, vermutlich Rauschgift.

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Behörde greifen aus Erfahrung gegen Clans zurück

Auch ein Drogenspürhund kam zum Einsatz. Ein Mann, der ein Bußgeld nicht gezahlt hatte, wurde von der Polizei zeitweise festgesetzt.

Zu Beginn der Razzia hatten Polizisten die Hauseingänge in dem Straßenzug in der Nähe der Innenstadt gesichert. Wenig später verließen zahlreiche Männer das abgesperrte Areal. Die Überprüfung der Betriebe und der Prostituierten zog sich bis in den frühen Samstagmorgen hin.

Bei der Koordination des Einsatzes griffen die Behörden auf ihre Erfahrungen aus der gemeinsamen Bekämpfung der Clankriminalität in Essen zurück. Insgesamt wurden rund 130 Personen überprüft. (mb/dpa)

 
 

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