Großmutter zeigt neues Bild des vermissten Pierre Pahlke

Gerd Niewerth
Großmutter Vera Pann aus Leithe präsentiert das letzte Bild ihres seit mehr als zwei Jahre verschwundenen Enkels Pierre Pahlke
Großmutter Vera Pann aus Leithe präsentiert das letzte Bild ihres seit mehr als zwei Jahre verschwundenen Enkels Pierre Pahlke
Foto: Funke Foto Services
Es ist die letzte Aufnahme vor seinem Verschwinden am 17. September 2013. Betreuer aus der Heimstatt Engelbert hat das Foto auf dem Handy entdeckt.

Essen. Der vermisste Pierre Pahlke – das Foto, mit dem ihn seine Familie seit mehr als zwei Jahren fieberhaft gesucht hat, zeigt ihn noch lausbubenhaft, mit blondem Haarschopf und karierten Bermudas. Jetzt ist per Zufall ein aktuelleres Bild aus dem Jahr 2013 aufgetaucht. Darauf wirkt er viel erwachsener – und seine Haare sind fast dunkelblond.

„Ein Betreuer aus der Heimstatt Engelbert hat die Aufnahme auf seinem Handy entdeckt und sie uns überlassen“, sagt Vera Pann, die Großmutter. Seitdem hat das neue Foto einen festen Platz im Wohnzimmer ihres Reihenhauses in Leithe.

Der 17. September 2013: An diesem Tag ist der von Geburt an geistig zurückgebliebene junge Mann, damals 21, spurlos verschwunden. Zuletzt hat ihn die Kassiererin des Penny-Marktes auf der Ernestinenstraße gesehen – zwischen 19 und 20 Uhr. Danach verliert sich seine Spur. Die Überwachungskameras waren an jenem Abend außer Betrieb. Was mag geschehen sein: Ist er zu einem Unbekannten ins Auto gestiegen? Das hält die Großmutter für ziemlich unwahrscheinlich. „Pierre ist Fremden gegenüber immer misstrauisch.“ Sie hofft, dass er gegen seinen Willen festgehalten wird und dass sie den geliebten Enkel eines Tages wieder in ihre Arme schließen kann. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass er lebt.“

Familie hat Belohnung auf 20.000 Euro erhöht

Vor einigen Wochen ist Vera Pann wieder durch die Manderscheidtstraße spaziert, in der sich die Heimstatt Engelbert befindet: Pierres kleine Welt aus Wohnheim und angeschlossenen Förderwerkstätten, aus Getränkemarkt und nahegelegenen Discountern. Hier hat er gelebt und hier ist er oft einkaufen gegangen.

Betreuer aus der Heimstatt Engelbert berichten, dass Pierre in ihrer Einrichtung regelrecht aufgeblüht ist. „Das neue Bild ist in der Förderwerkstatt entstanden“, sagt die Großmutter. Sie hat in den letzten beiden Jahren schon tausende Suchzettel an Straßenbäume, Laternenmasten und Supermarktfenster geheftet. Gut möglich, dass sie mit dem aktuelleren Bild neue Suchzettel verteilen wird. Um Zeugen zum Sprechen zu bringen, hat die Familie die Belohnung schrittweise auf 20.000 Euro erhöht. Wer Hinweise über den verschwundenen Pierre Pahlke machen kann, soll sich bei der Polizei Essen 0201-8290 melden.