„Große Freiheit Nr. 7“ feiert Premiere im Theater Courage

Lassen die „Große Freiheit Nr. 7“ aufleben: Ariane Raspe, Falk Hagen, Peter-Maria Anselstetter, Andreas-Stephan Bach und Gabi Dauenhauer (v.l.).
Lassen die „Große Freiheit Nr. 7“ aufleben: Ariane Raspe, Falk Hagen, Peter-Maria Anselstetter, Andreas-Stephan Bach und Gabi Dauenhauer (v.l.).
Foto: Ulrich von Born
Der erste Hans-Albers-Abend war schon ein Dauerbrenner. Nun folgt eine Bühnenfassung des Films „Große Freiheit Nr. 7“. Premiere im Theater Courage.

Essen..  „Ich liebe Hamburg, ich liebe die See und die Lieder von Hans Albers. Sie liegen mir im Blut“, sagt Peter-Maria Anselstetter. Seit 25 Jahren lässt er das Leben des blonden Volksschauspielers im Theater Courage musikalisch Revue passieren. „Nur ein Draufgänger bist du nicht“, pariert seine Partnerin Gabi Dauenhauer. Der großen Nachfrage tat das keinen Abbruch. Um etwas Neues zu bieten, zeigt die Rüttenscheider Bühne nun eine freie Adaption des Films „Große Freiheit Nr. 7“ mit den bekannten Liedern und solchen, die im Nachhinein passend erschienen.

Stimmungssänger in Hamburg, Theater auf Rügen

Seit 1983 weilen Peter-Maria Anselstetter und Gabi Dauenhauer in Essen. Sie waren zunächst am Grillo-Theater engagiert, bevor sie 1987 zum Theater Courage stießen.

„Mein Schwiegervater hat mich auf den Hans Albers gebracht“, erzählt Anselstetter. Ab 1991 war er mit dem Abend um das einstige Idol erfolgreich und zog damit sogar nach Hamburg. Wie die Filmfigur Hannes Kröger trat er in dem später so benannten Lokal „Große Freiheit Nr. 7“ als Stimmungssänger auf und arbeitete dort nebenbei als Koch. „Das war eine gute Schule. Aber länger als ein Jahr darf man das nicht machen, sonst versackt man“, meint er. Zwei Jahre betrieb er noch auf Rügen ein Theater, dann kehrte er an die Seite von Gabi Dauenhauer zurück.

Sie war es auch, die den Theatertext zu dem mutigen Film von Helmut Käutner verfasste. Allein das Wort „Freiheit“ galt 1944 für die Nationalsozialisten bereits als subversiv. „Die Stimmung war denen viel zu melancholisch. Auch das freizügige Frauenbild und das wenig heldenhafte Männerbild passten ihnen nicht“, so Gabi Dauenhauer. Sie hielt sich weitgehend an die Handlung und verlegte sie nur, um die Kriegsereignisse nicht nachträglich einbinden zu müssen, in das Jahr 1954. „Die Nostalgie ist ganz wichtig. Deshalb gibt es bei uns den Petticoat und Flüchtlinge.“

Für die Geschichte um den in die Jahre gekommenen Sänger und ehemaligen Seemann Hannes, der sein Herz an die Geliebte seines verstorbenen Bruders verliert und enttäuscht wird, bietet das Theater Courage ein achtköpfiges Ensemble auf. Zu sehen sind unter anderen Gabi Dauenhauer als Bardame Anita, Ariane Raspe als Geliebte Gisa, Falk Hagen als Freund Georg und nicht zuletzt Peter-Maria Anselstetter als Hannes Kröger.

Der gebürtig aus der Oberpfalz stammende Schauspieler hat für die sehnsuchtsvollen Lieder fleißig geübt, zumal er seit einem knappen Jahr den Essener Seemannschor „Blaue Jungs“ verstärkt und von Wind, Meer und Freiheit singt. Im Stück zum Film ist das Spektrum etwas breiter. Die Auswahl der Musik reicht von Käutners früher wenig populärem, heute um so treffender wirkenden „Lied der Flüchtlinge“ über die „Kleine Nordseeschwalbe“ bis zu „Wenn du mein Schatz wärst“. Kassenschlager wie „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ oder „La Paloma“ dürfen natürlich auch nicht fehlen. Eine Welle der Erinnerung ist schon in Sicht.

 
 

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