Groß angelegte Razzia gegen organisierte Drogendealer in Essen

In Essen hat Montagnachmittag eine Drogen-Razzia gegen Dealer stattgefunden. Hier zu sehen: Überprüfung und Personenkontrolle im U-Bahnhof Berliner Platz.
In Essen hat Montagnachmittag eine Drogen-Razzia gegen Dealer stattgefunden. Hier zu sehen: Überprüfung und Personenkontrolle im U-Bahnhof Berliner Platz.
Foto: Foto Remo Bodo Tietz / WAZ FotoPool
Großrazzia in Essen: Die Polizei hat Montagnachmittag begonnen, gegen die organisierte Drogenkriminalität vorzugehen. Mit Razzien und Kontrollen in Altendorf und der nördlichen Innenstadt haben Polizei und Stadt Ernst gemacht mit ihrer neuen Ordnungspartnerschaft. Und das war erst der Anfang.

Essen.. Polizei und Stadt haben am Nachmittag ihre Ankündigung in die Tat umgesetzt und gemeinsam Druck auf die Drogenszene in Altendorf und der nördlichen Innenstadt aufgebaut. Und das wird keine einmalige Demonstration, sagt Polizeisprecherin Tanja Hagelüken: „Wir werden den Druck auch in den nächsten Tagen hoch halten.“

Die letzten Kommandos über Funk sind kurz und knackig. „Wir ziehen jetzt rechts rüber, und dann werden ihr explosionsartig entwickeln. Ich will die Lage ganz schnell statisch gaben.“ Ein Trupp der Einsatzhundertschaft hat am Nachmittag einen „Stubendurchgang“ auf dem Einsatzplan. Ziel ist das „Back-Center“ an der Altendorfer/Helenenstraße, über das sich die Altendorfer 2011 massiv beschwerten, weil dort die Drogen gleichsam unter dem Ladentisch verkauft werden sollten. Das war der Beginn etlicher Ermittlungen und Razzien. Die Dealer, meist Banden von Schwarzafrikanern, wichen entlang der Straßenbahnstrecke Richtung nördliche Innenstadt aus. Nach einer weiteren Razzia am Berliner Platz verteilten sie sich auf die U-Bahnhöfe Uni und Rheinischer Platz.

Kellerabgänge als Fluchtwege

Die gewünschte „statische Lage“ im Backshop ist schnell hergestellt. Die Ladentür fliegt auf, die Beamten stürmen hinein und sorgen dafür, dass sich niemand mehr bewegt. Aus früheren Einsätzen wissen die Beamten von den unübersichtlichen Kellergewölben unter dem Laden. Deshalb warten auf dem Hinterhof an der Helenenstraße zwei Beamte und ein Diensthund auf Verdächtige, die die Kellerabgänge als Fluchtwege benutzen.

Im Laden greift derweil eine neue polizeiliche Maßnahme. Gerd Urban von der Führungsstelle der Inspektion Mitte hatte bei der Vorstellung des Einsatzkonzeptes angekündigt, die Polizei werde verstärkt mit bis zu dreimonatigen Aufenthaltsverboten arbeiten. „Hier hätte ich einen Kandidaten“, sagt Truppführer Lenz und fordert einen Wagen an, der den Verdächtigen zur Wache bringen soll. Er hat eine Aufenthaltserlaubnis nur für Ratingen und darf sich die nächsten Monate nicht mehr in Essen blicken lassen.

Mit der Straßenbahn fahren die Beamten zum nächsten Einsatzort unter dem Berliner Platz. Das Einsatzmittel Bahn ist erkennbar ungewohnt, soll aber häufiger genutzt werden: Rainer Pannenbäcker, oberster Einsatzleiter, will neben verdeckten Ermittlern auch seine Beamten in Uniform in Altendorf und der Nord-City auf der Straße und an den Bahnsteigen sehen. Die Bürger fordert er auf, die Beamten auf der Straße anzusprechen und mit Beobachtungen zu versorgen.

 
 

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