Grillo, Aalto und Philharmonie öffneten ihre Tore

Verena Kensbock
Mit Kostümen und viel Schminke feierten sie ein fröhliches Theater-Fest: Die Grillo-Statisten Linus, Lena, Mandy, Malin und Christian.
Mit Kostümen und viel Schminke feierten sie ein fröhliches Theater-Fest: Die Grillo-Statisten Linus, Lena, Mandy, Malin und Christian.
Foto: Funke Foto Services
Die drei Kulturstätten luden am Wochenende interessierte Bürger ein zu Führungen, Präsentationen und Mitmach-Aktionen.

Essen. „Und verkauft für 210 Euro an das junge Pärchen“, sagt Christian Tombeil ins Mikrofon. Der Intendant des Grillo-Theaters steht auf einer kleinen Bühne am Theaterplatz. Daneben eine riesige Pferde-Plastik: Tristans Hengst aus Wagners „Tristan und Isolde“. Eine Handvoll Dekostücke und Kostüme kamen am Samstag beim Tag der offenen Tür des Grillo-Theaters unter den Hammer. Nach einem etwas schleppenden Start sitzt das Geld in den Taschen der Besucher lockerer. Erstmals überschreitet ein Stück die 200-Euro-Marke. Die Erlöse von insgesamt über 600 Euro spendet das Grillo an die Flüchtlingshilfe Essen.

Drum herum gibt es für die Besucher ein buntes Programm. Der „Mäuseexpress“ fährt die Kinder mit einer kleinen Dampflok rund um das Gebäude, im Café Central spielen Bands mit Gitarre und Klavier. Führungen durch das Theater und kurze Vorstellungen bieten kleine Einblicke in das Programm der nächsten Monate.

„Wir hoffen, die Leute mit einem Blick hinter die Kulissen für unser Theater und die kommende Spielzeit begeistern zu können“, erklärt Christian Tombeil bei der Technik-Show auf der großen Bühne. Mit viel Feuer und Nebel zeigen die Mitarbeiter der Bühnentechnik, verkleidet als Frankenstein und seine Monster, wie die Zuschauer bei den Inszenierungen hinters Licht geführt werden.

Aalto und Philharmonie entdecken

Ein ähnliches Bild finden Theater- und Opernfreunde am Sonntag rund um den Stadtgarten. Das Aalto-Theater und die Philharmonie erlauben gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen.

„Willkommen in Ihrem Aalto-Theater“, begrüßt der Dirigent Yannis Pouspourakis das Publikum von der Hauptbühne aus. Die Philharmoniker, Solisten und der Opernchor des Aalto-Theaters spielen zur musikalischen Begrüßung Wagners Overtüre aus „Der fliegende Holländer“.

Vor der Tür verwandeln die Maskenbildner die hauseigenen Statisten zu gruseligen Gestalten. Später erschrecken sie in einer Geisterbahn im Kulissenlager die besonder mutigen Besucher.

Im Theater und im Konzerthaus geht es vor allem um eines: die Gebäude zu entdecken. Schon der ersten Führung durch das Theater, das 1988 nach dem Konzept von Alvar Aalto gebaut wurde, folgt eine Gruppe von über 50 Personen. Andere erkunden es auf eigene Faust. Ein Labyrinth führt die Besucher durch Ausstellungen und eine Fotogalerie. Einmal über die Wiese in der Philharmonie spielt die Musik: Tanz- und Gesangworkshops für die Kleinen und Orgelführungen für die Großen. Und wem es zu heiß wurde, konnte sich bei einer historischen Kutschfahrt durch den Stadtgarten frische Luft um die Nase wehen lassen.