Gift auf Kunstrasenplätzen – Sportbetriebe geben Entwarnung

Kunstrasenplätze in Essen sind nach Angaben der Sport- und Bäderbetriebe „sauber“.
Kunstrasenplätze in Essen sind nach Angaben der Sport- und Bäderbetriebe „sauber“.
Foto: Kerstin Kokoska
  • Medienberichte aus den Niederlande schrecken derzeit die Sportszene auf
  • Dort sollen 90 Prozent der Plätze durch krebserregendes Granulat belastet sein
  • In Essen sei dieses Material nicht verbaut worden, betont die Stadt

Essen.. In der Sportszene sorgen Medienberichte aus den Niederlanden für Aufregung. Dort sollen beim Bau von Kunstrasenplätzen krebserregende Stoffe verwendet worden sein. Auch die städtischen Sport- und Bäderbetriebe wurden davon aufgestreckt. Betriebsleiter Michael Kurtz gibt für Essens Kunstrasenplätze jedoch Entwarnung.

Anders jenseits der holländischen Grenze: Dort läuten die Alarmglocken, seit der TV-Journalist Roelof Bosma herausgefunden haben will, dass 90 Prozent der 3000 Kunstrasenplätze in den Niederlanden durch gesundheitsgefährdendes Granulat hochgradig belastet sein sollen. Hergestellt worden sei das Granulat aus alten Autoreifen.

Dass geschredderte Gummi der Pneus enthalte Weichmacheröle, so genannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Am vergangenen Wochenende sollen 30 Spiele in Amateurligen des Nachbarlandes abgesagt worden seien. Auch in Deutschland sei das Granulat verwendet worden.

„Material aus Autoreifen benutzen wir auf unseren Plätzen nicht“, sagt dazu Michael Kurtz. Beim Bau von Kunstrasenplätzen durch die Sport- und Bäderbetriebe sei ausschließlich hochwertiges Granulat verwendet worden.

Hergestellt wird dieses Material von der Firma Melos GmbH im niedersächsischen Melle. Laut Thomas Kubitza, Marketing-Manager des Unternehmens, handelt es sich um eine „besonders reine Kautschuksorte“, die zu Gummi vulkanisiert werde.

„Wir wissen, was da drin ist“, sagt Thomas Kubitza. Das Granulat sei bedenkenlos einsetzbar und nach der deutschen Spielzeugnorm zertifiziert. „Unser Material können Kinder bedenkenlos in den Mund nehmen.“

Die Sport- und Bäderbetriebe legen nach den Worten von Michael Kurtz Wert auf Qualität. Aktuell auf der Sportanlage der SG Essen-Schönebeck an der Ardelhütte, wo Essens ältester Kunstrasenplatz aus dem Jahr 2000 erneuert wird. Schon die Bauweise unterscheide sich von der holländischer Plätze, betont Friedemann Söll, Marketingleiter der Firma Polytan, die für die Rasenarbeiten verantwortlich zeichnet. Der Belag werde auf einem elastischen Untergrund verlegt, so das im Vergleich zu Plätzen in den Niederlanden nur ein Drittel der Menge an Granulat benötigt werde.

Hintergrund: Granulat aus Recycling-Material ist deutlich günstiger. Auch Polytan verbaut auf Wunsch recycelte Ware, „von uns bekannten Herstellern“, wie Söll betont. Dass Recycle-Granulat in früheren Jahren beim Bau der stadtweit 45 Kunstrasenplätze in Essen verwendet worden sein könnte, schließen die Sport- und Bäderbetriebe aus.

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