Gewalt in der Kreisliga C: Jagd auf Schiedsrichter in Essen

Die Essener Polizei musste mit acht Streifenwagen anrücken, nachdem es zu Ausschreitungen bei einem Kreisliga-Spiel kam.
Die Essener Polizei musste mit acht Streifenwagen anrücken, nachdem es zu Ausschreitungen bei einem Kreisliga-Spiel kam.
Foto: Privat
  • Kreisliga-C-Spieler jagen Schiedsrichter über Fußballplatz und verletzten Gegenspieler
  • Polizei muss mit acht Streifenwagen und Diensthundeführern zum Sportplatz anrücken
  • Mannschaft soll laut Verein „zu 99,9 Prozent“ abgemeldet werden

Essen. Schon wieder ist ein Fußballspiel in der Essener Kreisliga völlig außer Kontrolle geraten. Dieses Mal musste das C-Liga-Kellerduell zwischen Fatihspor III und Gastgeber Atletico II kurz vor dem Abpfiff abgebrochen werden. Ein starkes Polizeiaufgebot eilte zur Seumannstraße, um die Rüpel-Kicker von Fatihspor in den Griff zu bekommen.

Die traurige Bilanz: Mehrere Atletico-Spieler wurden von Fatih-Spielern geschlagen, einer wurde sogar schwer verletzt. „Er wurde auf dem Boden liegend getreten und geschlagen, dabei erlitt er eine Gehirnerschütterung und Prellungen“, berichtet Atletico-Trainer Sebastian Taube. Zugleich bestätigt er den Bericht auf „Fußballszene Essen“, das von Ingo Jankowski geführte Online-Portal (www.amateurfussball-essen.de).

Kurz vor Abpfiff eskalierte die Situation

Spielberichte aus den Essener Amateurligen gleichen immer häufiger einer Art „Kriegsberichterstattung“. „Ich habe schon viel erlebt, aber so etwas noch nicht“, ordnet Sebastian Taube (40) die Vorkommnisse vom Sonntagnachmittag ein. Atletico, der Tabellenletzte, war gegen Fatihspor, den Vorletzten, vor heimischer Kulisse mit 4:1 in Führung gegangen, kassierte aber bis kurz vor Abpfiff drei weitere Treffer zum 4:4-Ausgleich. Dann beleidigte ein Fatihspor-Spieler den Schiedsrichter, worauf dieser die rote Karte zückte.

„Die Fatihspor-Spieler gingen wie von der Tarantel gestochen auf den Schiri los und haben ihn beleidigt, ein Spieler zog sein Trikot aus und wollte ihm an den Kragen“, schildert Taube die Ereignisse. Der Unparteiische sei über den ganzen Platz gehetzt worden, daraufhin hätten ihn seine Jungs im Vereinsheim in Sicherheit gebracht. Eine faire Geste, die sie allerdings teuer bezahlen mussten. „Einige Spieler wurden hinterrücks getreten und geschlagen“, zitiert Polizeisprecher Elke das Einsatzprotokoll.

Polizei stoppte Gewaltausbruch der Kreisliga-Kicker

Die Polizei traf schon zwei Minuten nach dem 110-Notruf auf dem Sportplatz ein und stoppte den Gewaltausbruch der Fatihspor-Kicker. Insgesamt waren acht Streifenwagen im Einsatz, auch Diensthundeführer griffen ein. „Es gibt ein Dutzend Beschuldigte und Anzeigen wegen Körperverletzung“, bilanziert Peter Elke.

„Es ist traurig, dass so etwas passiert ist“, sagt Fatihspor-Präsident Saldiray Karaeli. Gewalt habe auf dem Fußballplatz nichts verloren, stattdessen würden „ein paar Idioten den Ruf des gesamten Vereins kaputtmachen“. Für die Rüpel-Kicker wird der Skandal Konsequenzen haben. „Zu 99,9 Prozent werden wir die dritte Mannschaft abmelden.“

 
 

EURE FAVORITEN