Gesamtschule Bockmühle zieht die Sterngucker an

Bei der Astronomie-Börse in der Gesamtschule Bockmühle gab es zahlreiche Teleskope und vieles mehr, was das Herz des Sternenguckers begehrt.
Bei der Astronomie-Börse in der Gesamtschule Bockmühle gab es zahlreiche Teleskope und vieles mehr, was das Herz des Sternenguckers begehrt.
Foto: WAZ FotoPool
Zur Astronomie-Börse des Vereins Walter-Hohmann-Sternwarte kamen am Samstag rund 2000 Besucher in die Gesamtschule Bockmühle in Essen. Stargast der Veranstaltung war der erste deutsche Raumfahrer Sigmund Jähn. Aber auch sonst gab es Interessantes zu bestaunen.

Essen. Dass Essen eines der Zentren der Amateur-Astronomie in Deutschland ist, wissen die wenigsten. Dabei kamen zum „30. Astronomischen Tausch- und Trödeltreff“ in der Gesamtschule Bockmühle in Frohnhausen rund 2000 Besucher zu Info-Austausch und Schnäppchenjagd aus dem ganzen Land.

„Wir veranstalten die größte Astronomie-Börse in Europa,“ unterstreicht Thomas Bourgon, Vorsitzender des Vereins Walter-Hohmann-Sternwarte, während sich zahllose Sterngucker durch Aula und Seitengänge der Gesamtschule wälzen. Für viele ist sicher Stargast Siegmund Jähn, 1978 der erste Deutsche im All, die Zugnummer. Ganz trockener Techniker, versprüht der Ex-Offizier der Nationalen Volksarmee zwar den Charme eines Erich Honecker bei einer Rede vor dem SED-Zentralkomitee, hat aber Interessantes zu erzählen: „Zur Eignungsprüfung wurden wir 30 Minuten auf einem Stuhl gedreht. Das haben einige gar nicht gut vertragen“, erinnert er sich.

Kein trockenes Hobby

Doch auch die Gäste, die beim Jähn-Vortrag keinen Platz mehr ergattern können, bekommen keine Langeweile. „Auf der Börse höre ich Neuigkeiten, treffe Freunde und kann günstig einkaufen“, berichtet Besucher Jürgen Beisser aus Lilienthal, der sein Hobby natürlich kein bisschen langweilig findet: „Am Himmel passiert immer etwas.“ Um dies aufzunehmen, hat er sich gerade eine astronomische Kamera gekauft. Die sieht aus wie eine zu kurz geratene Thermosflasche, hat weder Sucher noch Auslöser, kostet dafür aber satte 2000 Euro.

Astronomie ist ein Hobby für Technik-Freaks, das wird beim Gang durch die dicht gestellten Stände, es sind 100 private und kommerzielle Händler angereist, klar. Ein aufwendiges Teleskop steht hier neben dem nächsten, allein die technisch anspruchsvollen Haltevorrichtungen kosten schon so viel wie der „Fernrohr“-Aufsatz selbst. Ungeschlagen an diesem Tag ist der „Rolls-Royce“ für die Hobby-Astronomen, eine 4,50 Meter hohe Kuppel für den Hausgarten und rund 50 000 Euro – ohne Teleskop.

„Männlich und 50+“ schätzt Redakteur Hans-Georg Purucker vom Fachmagazin „Interstellarum“ den durchschnittlichen Hobbyastronomen. „Das Interesse geht durch alle Schichten“, stellt er fest. Und liegt nicht nur bei Menschen, die den doch etwas trockenen Naturwissenschaften anhängen. Auch ein paar „bunte Hunde“ bietet die Szene, wie etwa den 51-jährigen René Pairan, bei dem man selbst gesammelte Meteoritenstücke von 50 Cent bis 40 Euro kaufen kann. „Ich habe gar kein Handy. Wenn ich jemanden erreichen möchte, tue ich dies telepathisch“, erzählt er

 
 

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