Goldankäufer hinterzieht 7,8 Millionen Euro Steuern

Stefan Wette

Essen. Der nach eigenen Worten „größte private Goldankäufer Europas“ Yaldin K. ist vom Landgericht Essen zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. K. hatte in zwei Jahren Steuern in Höhe von 7,8 Millionen Euro hinterzogen.

Yaldin K., nach eigenen Worten Europas größter privater Goldankäufer, ist vom Landgericht Essen zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte in zwei Jahren 7,8 Millionen Euro Steuern hinterzogen. Steuerhinterziehung mit angekauftem Altgold („Ringe, Ketten, Zahngold auch mit Zähnen“) erlebt einen Boom in Deutschland. Richter Wolfgang Schmidt, Vorsitzender der XXI. Strafkammer, sprach von „zahlreichen Täterkreisen“. Der Trick geht so: Umsatzsteuerfreies Reingold wird mit dem Altgold verschmolzen, so dass es beim Verkauf an die Goldscheideanstalt vom Finanzamt eine Umsatzsteuererstattung gibt. Diese Steuer müsste eigentlich vom Lieferanten des Altgoldes, etwa Yaldin K., ans Finanzamt gezahlt werden, doch der verzichtete darauf. Dieser Umsatzsteuerbetrug ist seit Anfang des Jahres nicht mehr möglich.

Zwei Mitangeklagte, einer betrieb in der Altenessener Straße 6 einen Goldankauf, wurden bereits zu zwei Jahren und vier Monaten beziehungsweise zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt. Am Donnerstag folgte Yaldin K., der gegen 250.000 Euro bar gezahlter Kaution aus der U-Haft kam. An Geld besteht offenbar kein Mangel: Auch der Steuerschaden ist mit sichergestelltem Schmuck und Bargeld schon beglichen.