Angeklagter in Nötigungs-Prozess schickte SMS als "dein Kachelmann"

Seit Montag muss sich ein 53-Jähriger vor der V. Strafkammer in Essen verantworten, weil er seine Freundin sexuell genötigt haben soll.
Seit Montag muss sich ein 53-Jähriger vor der V. Strafkammer in Essen verantworten, weil er seine Freundin sexuell genötigt haben soll.
Foto: ddp/Torsten Silz

Essen. Seit Montag muss sich ein 53-Jähriger vor der V. Strafkammer in Essen verantworten, weil er seine Freundin sexuell genötigt haben soll. Danach hatter er eine SMS an sie mit "dein Kachelmann" unterschrieben. Zum Prozessauftakt zeigte er Einsicht.

Ihre Liebe begann im Internet und endete in der Gewalt. Seit Montag muss sich ein 53-Jähriger vor der V. Strafkammer verantworten, weil er seine Freundin sexuell genötigt haben soll. In ihrer Borbecker Wohnung hatte die 47-Jährige am 16. Oktober mit Freunden eine Party gefeiert. Mit dabei: ihr Freund aus Altendorf. Als die Gäste gingen, soll er ausgerastet sein. Nach einem verbalen Streit soll er sie zunächst geschlagen haben. Anschließend habe er sie auf den Arm genommen, ins Schlafzimmer getragen und aufs Bett geworfen.

Als er begonnen habe, sie zu vergewaltigen, habe sie gebettelt, sie doch in Ruhe zu lassen. Schließlich ließ er ab von ihr und folgte ihrem Vorschlag, doch lieber im Wohnzimmer ein Bier zu trinken.

Sie suchte nach neuem Glück im Internet

Dort erlebte sie die andere Seite des Mannes, den sie etwa ein Vierteljahr zuvor im Internet kennengelernt hatte. Nach der Trennung von ihrem Mann hatte sie dort nach einem neuen Glück gesucht. Anfangs gab es wohl auch keine Probleme.

Doch schon nach wenigen Wochen änderte er sein Verhalten, hatte die Frau nach der Tat berichtet. Seine eigentlich freundliche Art sei in heftige Aggressionen umgeschlagen. Anschließend habe er sich erneut komplett geändert und um Entschuldigung gebeten.

So soll es auch nach seinem Vergewaltigungsversuch im Oktober gewesen sein. Als sie ihn ins Wohnzimmer dirigiert hatte, soll er plötzlich in Selbstmitleid verfallen sein. Er habe nichts mehr zu verlieren, habe er gestammelt. Und: Sein Leben sei verpfuscht. Danach legten beide sich schlafen.

Die Polizei schmiss ihn aus der Wohnung

Zur erneuten Eskalation sei es dann am Morgen des 17. Oktober gekommen. Sie wollte, dass er die Wohnung verlässt, heißt es in der Anklage. Er weigerte sich, fühlte sich wohl provoziert. Gegen ihren Willen habe er sie intensiv geküsst, rammte ihr die Hand in den Mund. Durch den Lärm wurden Nachbarn aufmerksam und alarmierten die Polizei. Die kam und verwies den Angeklagten der Wohnung.

Er schickte ihr dann noch eine SMS, in der er sich mal als „dein Kachelmann“ bezeichnete, sich dann aber auch entschuldigte. Kurz danach wurde er festgenommen, stritt den Großteil der Vorwürfe ab. Vor Gericht zeigte der 53-Jährige zum Prozessauftakt aber mehr Einsicht.

 
 

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