Acht Jahre Haft nach tödlichen Messerstichen

Das Essener Landgericht verurteilte den 52-jährigen Lothar S. zu acht Jahren Haft. Foto: Oliver Müller
Das Essener Landgericht verurteilte den 52-jährigen Lothar S. zu acht Jahren Haft. Foto: Oliver Müller
Foto: WAZ FotoPool

Essen. Wegen Totschlags ist der 52-jährige Lothar S., der im April seine Freundin (67) mit sechs Messerstichen tötete, für acht Jahre in Gefängnis. Zusätzlich ordnete das Schwurgericht die Unterbringung in einer Entzugstherapie an.

Für acht Jahre muss Lothar S. ins Gefängnis, weil er seine Freundin (67) am 5. April in deren Altenessener Wohnung mit sechs Messerstichen in den Oberkörper getötet hat. Angeklagt war der 52-Jährige wegen Mordes. Davon rückte das Schwurgericht ab und verurteilte ihn wegen Totschlags.

Die Alkoholsucht von Lothar S. zerstörte seine Beziehung zum Opfer, war einmal mehr Grund für den Streit, der zu der brutalen Tat führte. Die Kammer ordnete deshalb zusätzlich die Unterbringung des 52-Jährigen zur Entziehungstherapie an. Erst muss er zwei Jahre Haft verbüßen, dann wird er zwangsweise behandelt. Das Ende ist offen.

„Sie haben sozusagen zwei Gesichter“, charakterisierte Richter Andreas Labentz den Angeklagten im Urteil. Die eine Seite sei der „bescheidene Mann“, der mit seiner Freundin die Freizeit gestalte, mit ihr koche und die Abende verbringe.

Er stach auf seine frühere Freundin ein

Die „andere Seite“, so Labentz, sei die des Alkoholikers im Park, der laut polternd und aggressiv sei. Es gelte nicht, dass im Wein die Wahrheit liege, wie es ein Sprichwort behaupte, sondern: „Im Alkohol liegt die Persönlichkeitsveränderung“, erklärte der Richter.

Die 67-Jährige trennte sich von S., weil er nichts gegen seine Sucht unternehmen wollte. Das machte ihn aggressiv. Er ließ nicht locker. Am Tattag stand er wieder vor ihrer Tür, nahm schließlich zwei Messer aus ihrer Küchenschublade und stach zu. Eine spontane Tat, nicht geplant und nicht heimtückisch – da waren Gericht und Staatsanwältin Elke Hinterberg sich einig, die vom Mordvorwurf abrückten.

Hinterberg beantragte zehn Jahre Haft und Entziehungskur. Die Kammer folgte im Urteil dem Antrag von Verteidiger André Wallmüller. „Wir haben den Eindruck eines zerknirschten, reumütigen Angeklagten“, so Richter Labentz. „Er bereut, was er getan hat“, war das Gericht sicher und sprach von einer „fatalen Fehlentscheidung“ des Täters.

 
 

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