Gericht spricht AStA-Mitarbeiter frei

Freigesprochen nach jahrelangen Ermittlungen: die ehemaligen Führungskräfte des AStA an der Uni Duisburg-Essen, Boris Schön (l.) und Oliver Bay.
Freigesprochen nach jahrelangen Ermittlungen: die ehemaligen Führungskräfte des AStA an der Uni Duisburg-Essen, Boris Schön (l.) und Oliver Bay.
Foto: Michael Korte
  • AStA-Mitarbeiter der Uni Duisburg-Essen vom Untreuevorwurf freigesprochen
  • Geld aus der Studentenkneipe KKC nicht in die eigene Tasche gewirtschaftet
  • Auch die Staatsanwaltschaft sieht keinen Beweis für eine Straftat

Essen.. Nach fünfjährigen Ermittlungen hat das Landgericht am Mittwoch die früheren Mitarbeiter des AStA an der Uni Duisburg-Essen vom Untreuevorwurf freigesprochen.

„Ich will endlich neu beginnen und einen Schlussstrich ziehen”, hatte der ehemalige Duisburger CDU-Ratsherr Boris Schön (40) im letzten Wort erklärt. Schon da war ihm und seinen beiden Mitangeklagten Oliver Bay (44), ebenfalls aus Duisburg, und dem Düsseldorfer Dursun S. (59) Erleichterung anzumerken. Denn da hatte bereits Staatsanwalt Gregor Hähner Freispruch für alle Angeklagte beantragt.

Schön und Bay saßen in der Führungsspitze des AStA, der Selbstverwaltung der Studenten. In dieser Funktion leiteten sie die Studentenkneipe KKC auf dem Essener Campus der Uni. Ein anonymes Schreiben hatte sie vor Jahren bezichtigt, dabei Geld in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Unterschrieben war das Papier von einem „Sumpfgeist”.

Die Staatsanwaltschaft begann mit Ermittlungen, die Jahre später in eine Anklage mündeten. Untreue in Höhe von 500 000 Euro wurde den AStA-Führungskräften vorgeworfen. Der dritte Angeklagte, der die Kneipe geleitet hatte, musste sich wegen Beihilfe verantworten, weil er einen Teil der Gelder angeblich ohne jede Leistung kassiert hatte.

Staatsanwalt Gregor Hähner räumte im Plädoyer ein Umdenken ein. Die Beweisaufnahme habe ergeben, dass sehr wohl Geld für echte Gegenleistung gezahlt worden seien. Allerdings sei die Buchführung nicht so vorbildlich gewesen, dass dies auf den ersten Blick zu erkennen sei.

Die Verteidiger Jörg Pelz und Gerhard Thien hatten in ihren Plädoyers zum Teil heftige Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden erhoben.

Richter Johannes Hidding, Vorsitzender der XXI. Strafkammer, erklärte im Urteil, warum die Kammer die Anklage zugelassen habe. Die Papierform in der Akte sei ganz anders gewesen als die Zeugenaussagen im Prozess. Zwei Punkte nannte er: „Die Verträge waren von großer Intransparenz geprägt. Und die Angeklagten hätten früher korrigierend reden können.”

 
 

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