Geo-Caching - "Schatz" an der Bramme der Schurenbachhalde in Essen versteckt

Foto: Wolfgang Kintscher
Auf der Suche nach einem Platz für ihren „Schatz“ haben es Geo-Cacher in diesen Tagen auf die Spitze getrieben: Das Objekt der Begierde klebt an der Bramme der Schurenbachhalde. Wann das gute Stück da oben platziert wurde, erfährt die schnitzeljagende Gemeinde aus dem Internet.

Essen.. Bevor jetzt die große Flucherei los geht und eine wahre Beschimpfungs-Flut gegen „Petzen“ aller Art: „Versteck“ kann man das ja wohl nicht nennen. Denn wer an einem dieser strahlend schönen Tage die Altenessener Schurenbachhalde von Westen her erobert, dem fällt das gewisse Etwas knapp unter der Brammen-Spitze sofort ins Gesicht. Der Bergbau lieferte das Material für den 50 Meter hohen Hügel zwischen Rhein-Herne-Kanal und A42 – insgesamt rund 25 Millionen Tonnen Gestein. Die „Bramme“ kam 1998 dazu.

Erster Gedanke: Jetzt ist man selbst hier oben nicht mehr unbeobachtet. Vermutlich hat da der Regionalverband Ruhr aus Sorge um weitere illegale Bodenablagerungen eine Kamera installiert. Doch weit gefehlt: Was da in etwa 14,30 Meter Höhe am Kunstwerk des US-amerikanischen Bildhauers Richard Serra pappt, ist eines jener Behältnisse, die beim so genannten „Geo-Caching“ versteckt werden, einer modernen Form der Schatzsuche mit GPS-Ortungssystemen.

Aufstieg gelang einem Essener Trio

Wann das gute Stück da oben platziert wurde, erfährt die schnitzeljagende Gemeinde aus dem Internet. Doch an Ort und Stelle zu kommen, scheint noch das geringste Problem, die Frage ist eher: Wie schafft man’s rauf? Braucht es eine Spezialausbildung als Greenpeace-Schiffsblockierer? Die sportliche Fitness eines zirkusreifen Akrobatenteams? Einen Hubsteiger, wie sie bei der Stadt vermuten? Nun, am Pfingstsonntag gelang es einem Essener Geo-Caching-Trio mit Hilfe einer eher unscheinbar wirkenden Ausrüstung, die allerdings unter anderem den Einsatz einer überdimensionalen Zwille vorsieht...

Mehr wird nicht verraten, schließlich soll den Geo-Cachern, die sich beim Erwachsenwerden den Spieltrieb und die Freude am Draußensein in der Natur bewahrt haben, der Spaß nicht genommen werden. Auch Fotos des waghalsigen Aufstiegs werden nicht weitergereicht. Wie viele sich ins Logbuch eintragen konnten? Keine Ahnung. Wir waren nicht oben.

Auf Schatzsuche mit Geo-Caching

Geo-Caching (sprich: käsching) ist – arg vereinfacht gesagt – eine moderne Form der Schnitzeljagd. Jemand versteckt ein Behältnis mit kleinen Andenken sowie einem Logbuch und veröffentlicht im Internet (mehr oder weniger verschlüsselt) GPS-Koordinaten, wie sie etwa Navigationsgeräte verarbeiten, als Hinweis auf das Versteck. Mit diesen Angaben versuchen andere, das Behältnis auszumachen. Klappt dies, wird der Triumph im Logbuch vermerkt und eines der Andenken entnommen – nicht ohne den „Cache“ (englisch für: geheimes Lager) mit einem anderen Andenken wieder aufzufüllen. Mehr: www.geocaching.de

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