Generalvikar: Kirche beim Geld zu sorglos

Bei einer Diskussion in der Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim kritisierte der Generalvikar des Bistums Essen, Klaus Pfeffer, in harschen Worten den Umgang der katholischen Kirche mit Geld. Trotz der Finanzdebatte – ausgelöst durch die Luxus-Bauten im Bistum Limburg – gingen viele Kirchenangehörige nach wie vor zu sorglos mit dem ihnen anvertrauten Mitteln um. Ausdrücklich bezog sich Pfeffer mit dieser Kritik nicht nur auf reichere Bistümer, sondern zum Beispiel auch auf manche Gemeinde und andere Einrichtungen im Ruhrbistum. Oft gebe es regelrechte „Grabenkämpfe“ darum, den jeweils eigenen Bereich von Einsparungen auszunehmen. Jeder reklamiere für sich die höhere Bedeutung mit dem Argument: „Das sind doch unsere Kirchensteuern“. Es herrsche die Vorstellung, „dass das Geld einfach immer so weiterfließt und es wird nicht wahrgenommen, dass uns schon seit Jahren die Leute davon laufen“, warnte Pfeffer. Sobald die Wirtschaft wieder schwäche Zeiten erlebe, drohe den Kirchen „ein böses Erwachen“ geben, prognostiziert Pfeffer.

Nach einer vom Ruhrbistum in Auftrag gegebenen aktuellen Studie, treten gerade dann Menschen aus der Kirche aus, „wenn sie aufgrund Ihres Einkommens besonders viel Kirchensteuer zahlen“, so Pfeffer. „Diese Menschen haben offensichtlich das Gefühl, dass sie für ihre Kirchensteuer zu wenig Leistung erhalten.“ Zugleich erhalte die Kirche das Gros der Steuereinnahmen nicht von den regelmäßigen Kirchgängern, sondern „von Menschen, die nur zu besonderen Anlässen den Kontakt zu uns suchen“.

 
 

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