Gegendemonstranten kritisieren Polizeieinsatz bei HoGeSa-Demo

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Vorwurf: Der Polizei habe eine Strategie für den Umgang mit den Hooligans nach der Kundgebung gefehlt. Die Behörde lässt das nicht auf sich sitzen.

Essen. Nach den Ausschreitungen in der Innenstadt nach zwei Kundgebungen von HoGeSa und Bürgerbündnis steht fest: Die Polizei hat insgesamt 152 HoGeSa-Anhänger an der Kleinen Kronenstraße festgesetzt und überprüft, sagt Polizeisprecher Ulrich Faßbender. 13 kamen ins Präsidium. Die Kriminalpolizei ermittelt nun unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Die Kritik der Gegendemonstranten am Einsatz der Polizei reißt indes nicht ab. „Die Polizei hatte offenbar keine Strategie entwickelt, wie sie mit den Hooligans nach ihrer Demonstration umgehen“, erklärt Gönül Eğlence, Vorstandssprecherin der Grünen. Dass stundenlange Einkesseln und ungeleitete Laufenlassen lasse leider auf erhebliche Lücken in der Strategie schließen.

Verbale Provokationen beider Lager

Der Überfall auf der Viehofer Straße sei völlig überraschend erfolgt. Die Hooligans seien ohne die geringste Polizeibewachung über die Viehofer Straße auf die Gegendemonstranten zugelaufen. Kein Polizist habe sie daran gehindert. Die Angegriffenen selbst hätten erst die Polizisten auf dem Pferdemarkt alarmieren müssen - und erst dann seien die Einsatzkräfte eingeschritten, beschreibt Linken-Sprecher Michael Steinmann die Lage.

„Wären wir nicht sofort vor Ort gewesen, hätten wir nicht so viele Teilnehmer festsetzen können“, kontert Faßbender. Die Strategie habe ausschließlich dann nicht vollständig gegriffen, als sich alle Teilnehmer auf den Rückweg machten. Auf der Viehofer Straße sei es laut Polizei zu verbalen Provokationen beider Lager gekommen, bevor HoGeSa-Anhänger mit Stühlen geworfen und die Scheibe einer Bar eingeschlagen hätten.

Pyrotechnik sichergestellt

Mindestens zwei Menschen wurden bei diesen Auseinandersetzungen verletzt. Darunter eine Frau „aus dem linken Spektrum“, die einen Nasenbeinbruch erlitt, als es an der Teichstraße zu gegenseitigen Provokationen kam, so die Polizei. Der Täter sei bereits ermittelt.

Zudem fanden Polizeibeamte während des HoGeSa-Umzuges nach einem sehr lauten Knall einen ca. 15 Zentimeter langen, vermutlich pyrotechnischen Gegenstand, den ein Sprengstoffexperte der Polizei sicherstellte und zur weiteren Untersuchung zum Landeskriminalkamt brachte.

 
 

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