Gefahren für Radler

Toter Winkel: Die Gefährdung speziell von Radfahrern bei Abbiegevorgängen wird in Essen zusätzlich gesteigert durch die oftmals versteckte Anlegung von Radwegen. Abbie­gende Autofahrer übersehen dabei häufig Radler, weil diese durch parkende Autos und hohen Bewuchs auf Grünstreifen verdeckt werden. Dass es dabei nicht zu einer viel größeren Zahl von Unfällen kommt, ist der auf solchen Wegen gezwun­genermaßen defensiven Fahrweise von Radlern zu verdanken, denen oftmals nichts anderes übrig bleibt, als auf ihr vorhandenes Vorfahrtrecht zu verzichten.

In etlichen Fällen hat die Stadt bei diesen vielfach älteren Radwegen immerhin die Benutzungspflicht aufgehoben. Dadurch können Radler gegebenenfalls auch auf der Straße fahren. Schließlich ist dort der größte Sicherheitsaspekt – sehen und gesehen werden – in jedem Fall gegeben. Leider handelt die Stadt diesbezüglich nicht konsequent. So weigert man sich beharrlich, bei dem hinsichtlich seiner Unübersichtlichkeit äußerst gefährlichen Radweg entlang der Aktienstraße die Benutzungspflicht aufzuheben. Unfallprävention sieht anders aus.

Die sichersten Radverkehrsanlagen – das zeigen Studien aus vielen anderen Städten – sind von der Fahrbahn abmarkierte Radfahrstreifen. Hier haben die Radfahrer eine eigene Fahrspur und bleiben dennoch im Blickfeld der Autofahrer. Zudem gibt es keine Konflikte mit Fußgängern. Umso unverständlicher erscheint diesbezüglich die Entscheidung der Stadt, bei der Planung des letzten noch aus­stehenden Bauabschnitts des Berthold-Beitz-Boulevards auf Radfahrstreifen zu verzichten und die Radfahrer statt dessen wieder auf herkömmliche Wege abseits des Autoverkehrs zu verbannen – als gemeinsamer Rad- und Fußweg. In punkto sicherer Radverkehrsführung scheint man bei der Essener Bauverwaltung leider immer noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen zu sein.

 
 

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