Ganzheitliches Zentrum für Hunde in Burgaltendorf in Essen eröffnet

Junge Hunde brauchen Erziehung, um sich ihren Platz  in der Familienherde zu sichern. Deswegen wird der Besuch einer Welpenschule allen Hundehaltern empfohlen.
Junge Hunde brauchen Erziehung, um sich ihren Platz in der Familienherde zu sichern. Deswegen wird der Besuch einer Welpenschule allen Hundehaltern empfohlen.
Foto: WAZ FotoPool
Alles für den Vierbeiner: Psychologen, Heilpraktiker und Physiotherapeuten eröffnen ein ganzheitliches Zentrum für Hunde in Burgaltendorf. Regelmäßig bietet eine Tierärztin Seminare an und hält Vorträge. Werden Unstimmigkeiten im Bewegungsablauf sichtbar, kommt Tierphysiotherapeutin Sandra Biefel zum Einsatz.

Essen. Jolie reckt die Nase nach oben, schaut konzentriert ihr Frauchen an und wetzt dann, auf ein Kommando von Hundehalterin Julia Grzywotz, mit allen Vieren los. Die kleine Hundedame, gerade zwölf Wochen alt, meistert diese Aufgabe in der Welpenstunde mit Bravour. Und ihre Trainer sehen auf den ersten Blick: Dem jungen Dalmatiner geht’s gut – er läuft buchstäblich rund, kann sich also ohne Einschränkungen bewegen, und verhält sich für sein Alter ganz normal: neugierig, angstfrei, verspielt.

Verhaltensauffälligkeiten stammen oft von Gesundheitsstörungen

Das ist allerdings nicht immer so. Im Gegenteil, wie Sonja Grüter erklärt: Viele Hunde zeigten Auffälligkeiten, weil mit ihrer Gesundheit etwas nicht stimme - weil Bewegungen schmerzen oder geistige Blockaden sie zu einem fehlgeleiteten Verhalten veranlassen. „Wir stellen hier immer wieder umgeleitete Aggressionen bei den Hunden fest, die durch Schmerzen hervorgerufen werden“, erklärt die Hundefachfrau.

Um Problemen wie diesem umfassend begegnen zu können, hat sie jetzt zusammen mit ihrem Team ein Zentrum eröffnet, eines für Kynologie. Kynolo… – was? Gemeint sind Hundewissenschaften im weitesten Sinne - die Kynologie beschäftigt sich per Definition mit der Lehre von Rassen, Zucht, Pflege, Verhalten, Erziehung und Krankheiten der Hunde. Neben der Hundeschule „Sitz, Platz, Steh“ sind am Hundeplatz am Dellmannsweg auf der Grenze zwischen Burgaltendorf und Überruhr nun auch eine Tierheilpraxis angesiedelt sowie eine Tierphysiotherapeutin.

Der Hund ist ein Herdentier

Regelmäßig bietet eine Tierärztin Seminare an und hält Vorträge. Sonja Grüter (Tierheilpraktikerin und Kynologin), berät außerdem als Tierpsychologin. Und betont: „Die erste Stunde gehört dem Menschen.“ Ein ausführliches Gespräch soll klären, wo der Mensch mit seinem Hund hin will, welche Probleme es vielleicht schon gibt, und welche Ziele das sechsbeinige Doppel erreichen will.

Sie arbeitet vor allem auch mit dem Menschen am anderen Ende der Leine. Denn dort liege in aller Regel der Auslöser von Problemen. „Wir zähmen hier ein Tier“, macht Sonja Grüter deutlich. Und dieses Tier sei ein Herdentier, brauche klare Strukturen, um sich in seiner Herde, der Familie, zurecht zu finden. Der Mensch müsse zu diesem Zweck die Verhaltensmuster seines Hundes verstehen lernen – und nicht etwa umgekehrt.

Tierphysiotherapeutin Sandra Biefel hilft bei Unstimmigkeiten im Bewegungsablauf

Werden Unstimmigkeiten im Bewegungsablauf sichtbar, kommt Tierphysiotherapeutin Sandra Biefel zum Einsatz. Um die Vierbeiner wieder fit zu machen, wendet sie etwa Akupunktur, Osteopathie und Blutegel an. Maxx Schwarz ist stellvertretende Geschäftsführerin des Zentrums und Tierheilpraktikerin. Jetzt im Zentrum für Kynologie praktizieren zu können und sich mit den anderen Experten der unterschiedlichen Disziplinen über einen vierbeinigen Patienten austauschen zu können, sehen sie als große Bereicherung an.

 
 

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