Gandhi-Preis für Schülerin der Frida-Levy-Gesamtschule

Gandhi-Preis für Tanaz Farmani (Mitte). Ihre Stufenkameradin Nele Brill (links) hatte sie vorgeschlagen. Ebenfalls beteiligt (v.l.): Martin Arnold (Fördergemeinschaft), Erika Meier (stellv. Superintendentin) und Schulleiter Berthold Kuhlhlag.
Gandhi-Preis für Tanaz Farmani (Mitte). Ihre Stufenkameradin Nele Brill (links) hatte sie vorgeschlagen. Ebenfalls beteiligt (v.l.): Martin Arnold (Fördergemeinschaft), Erika Meier (stellv. Superintendentin) und Schulleiter Berthold Kuhlhlag.
Foto: FUNKE Foto Services
Die 14 Jahre alte Tanaz Farmani wurde für ihr Engagement ausgezeichnet – auf Vorschlag ihrer Klassenkameraden.

Essen.. Mit ihren 14 Jahren weiß Tanaz Farmani ganz genau, was sie will: später einmal Medizin studieren, in der Neurologie arbeiten. Und heute? Setzt sich die Achtklässlerin der Frida-Levy-Gesamtschule für ein gewaltfreies Miteinander ein, im Klassenzimmer, auf dem Schulhof und auch in ihrer Freizeit. Dafür bekommt sie nun den Gandhi-Preis für Zivilcourage und gewaltfreie Veränderung verliehen. „Ich denke darüber nicht nach, das steckt in mir“, sagt Tanaz über ihr soziales Engagement.

Ihre Mitschüler hatten sie für den Preis vorgeschlagen, der zum zweiten Mal an der Schule vergeben wurde. Aus 100 Nominierten wurde die 14-Jährige mit iranischen Wurzeln schließlich ausgewählt – von einem Gremium bestehend aus Schulleiter, Schülervertretung (SV), Elternpflegschaft und Schülersprecher. „Tanaz ist immer da, wenn es Streit gibt, und schlichtet“, erklärt Vertrauenslehrer Christian Risse. Tanaz’ Mitschülerin Nele Brill erzählt, wie diese eingeschritten ist, als ein Mitschüler gemobbt wurde und mit dessen Peinigern gesprochen hat, um die Situation zu deeskalieren. Um ein Flüchtlingsmädchen, das geärgert wurde, habe sie sich gekümmert, auch außerhalb der Schule.

"Gewalt fängt im Kleinen an"

Der Gandhi-Preis wurde 1998 von der Fördergemeinschaft Friedensarbeit und Gewaltlosigkeit ins Leben gerufen. Schulen können ihn verleihen, um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen – acht in Nordrhein-Westfalen machen das. „Die Auszeichnung passt dazu, wie wir uns sehen“, meint Risse. Die Evangelische Kirche in Essen unterstützt die Verleihung – und dotiert den Preis mit 100 Euro.

Für Tanaz war es eine große Überraschung, dass die Wahl auf sie fiel. Ihre Mutter sei sehr stolz auf sie. Selbstbewusst tritt die 14-Jährige auf, überhaupt nicht überheblich, aber sehr erwachsen. „In den Medien ist so viel Gewalt zu sehen“, erklärt Tanaz, „die fängt auch in der Schule schon im Kleinen an.“ Es interessiere sie nicht, wenn jemand sagt, dass sie ein Konflikt nichts angehe. Ihn zu lösen, sieht sie als ihre Aufgabe und fragt ganz selbstverständlich: „Ist das nicht menschlich?“

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