Essen

Galeria Karstadt Kaufhof: Essener Politiker gehen auf Konzern los – „Was für den Arsch!“

Galeria Karstadt Kaufhof am Willy-Brandt-Platz wird geschlossen.
Galeria Karstadt Kaufhof am Willy-Brandt-Platz wird geschlossen.
Foto: Funke Foto Services

Essen. In Essen sitzt der Schock tief: Beide Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof in der Einkaufsstadt sollen geschlossen werden, hinzu kommen außerdem die Karstadt Sports Filiale und deren Hauptverwaltung in Bredeney. Nun hat sich sogar die Politik eingemischt, um die 200 Arbeitsplätze noch irgendwie zu retten.

Ausnahmsweise sind sich die Politiker aus Essen über alle Parteien hinweg mal einig. Und das haben sie in einer Stellungnahme, die am Mittwoch verabschiedet wurde, deutlich gemacht.

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Galeria Karstadt Kaufhof schließt in Essen Filialen – Politiker geschockt

Die Essener Politiker fordern die Konzernleitung dazu auf, noch einmal umzudenken und weitere Gespräche vor allem mit der Essener Wirtschaftsförderung zu führen.

Ebenso solle das Land NRW eingebunden werden. Die Politiker machen klar, dass sie hoffen, zumindest eine der Filialen retten zu können. Wie wahrscheinlich das ist, lässt sich bisher allerdings nicht absehen.

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Eine Politikerin wurde bei ihrer Rede vor dem Gremium besonders emotional. Ota Hortmanns von der SPD nahm kein Blatt vor den Mund, sie arbeitet selbst in der Hauptverwaltung von Karstadt.

SPD-Politikerin spricht deutliche Worte

In ihren Augen sei die Corona-Krise der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Zwar habe es vorher schon Probleme gegeben, aber die Pandemie habe alles noch schlimmer gemacht. Und die Teilöffnung der 800 Quadratmeter sei einfach viel zu wenig gewesen zum Überleben. Oder wie Hortmanns es ausdrückte: „Das war was für den Arsch!“

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Für die meisten Politiker sei es nicht nachvollziehbar, dass die Essener Filialen geschlossen werden. Sie hätten Potential, die Konzernleitung „habe versagt“. Die Häuser seien jahrelang nicht „zukunftsfähig gemacht worden“, Vorschläge von Mitarbeitern seien ignoriert worden.

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Galeria Karstadt Kaufhof

  • Galeria Kaufhof und Karstadt sind im Jahr 2019 fusioniert
  • es entstand ein neues Logo und der Name Galeria Karstadt Kaufhof
  • Fusion kostete bereits viele Arbeitsplätze
  • die Corona-Pandemie kostet den Konzern nach eigenen Angaben rund 1,4 Milliarden Euro
  • Essen ist der Stammsitz des Konzerns

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Schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Großkonzern. Vergangene Woche hatte Galeria Karstadt Kaufhof bekannt gegeben 62 von 172 Filialen zu schließen. Auch 20 von 30 Karstadt Sports Filialen sollen geschlossen werden. (fb)

 
 

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