Gala-Glanz soll in Essen bleiben

Qualifikation ist für Ulrich Roehm ein Schlüsselbegriff. So entstand 1975 in Essen der Deutsche Berufsverband für Tanzpädagogik. e.V. Mit rund 750 Ballett- und Tanzpädagogen aus ganz Deutschland ist es der erfolgreichste und größte Zusammenschluss von Bühnentanzlehrern, der je in Deutschland existiert hat. Der Verband kümmert sich nicht nur um die Förderung der Tanzpädagogik an privaten Tanz- und Ballettschulen, um Stellenkontakte und die Einrichtung eines Berufsregisters. Fünfmal jährlich wird auch die Zeitschrift „Ballett Intern« herausgegeben, die Roehm auch in Zukunft betreuen will.

Der gebürtige Essener, Mitbegründer und jahrzehntelang 1. Vorsitzender des Berufsverbandes, hat die Anregung damals aus London mitgebracht, wo er sich an der Royal Academy of Dance (RAD) weiterbilden ließ und in Deutschland und Österreich höchst erfolgreich Niederlassungen gründete. Im Sommer 1982 „erfand“ er schließlich den „Deutschen Tanzpreis“, lange bevor ähnlich ausgerichtete Auszeichnungen wie der Theater-Faust auf die Idee kamen, dass es ja nicht gleich der Oscar sein muss, um das Scheinwerferlicht auf eine Kunstform und ihre verdienten Kräfte zu richten.

Ulrich Roehm ist guter Hoffnung, dass sich Essen auch in Zukunft einmal im Jahr zur Hauptstadt des Tanzes erklären darf, wenn Stars wie Polina Semionova, Jason Reilly oder das Peking Ballett auf ihr Starhonorar verzichten, um dem Deutschen Tanzpreisträger die Ehre zu erweisen. Für solche Gala-Glanzlichter wird nun in Zukunft der Vorstand um Aalto-Ballettchef Ben Van Cauwenbergh und den langjährigen Roehm-Mitstreiter und Ballettdirektor Günter Pick sorgen. Kulturdezernent Andreas Bomheuer habe weiter Unterstützung für das Tanzgroßereignis signalisiert. „Die Weichen sind gestellt“, gibt sich Ulrich Roehm zuversichtlich, der mit bald 80 noch mal eine neue Rolle lernen will: die des reinen Zuschauers.

 
 

EURE FAVORITEN