Gänseplage: Nur leere Hülsen...

Selbst wenn die Flinte nur gegen einige wenige Vögel gerichtet werden sollte, auch das Schießen einzelner Kanadagänse im Grugapark lehnt der Naturschutzbund NRW (Nabu) ab. „Damit lösen sie das Problem nicht“, erklärt Birgit Königs, Sprecherin vom Nabu NRW.

Falls die Kanadagänse in den nächsten Tagen und Wochen nicht von selbst die von ihnen verkoteten Grugapark-Wiesen endgültig Richtung Süden verlassen, wird ein von Grün und Gruga beauftragter Jäger mehrere Vögel vor Ort töten, um so die Artgenossen für immer zum Abflug zu zwingen. „Das wird nicht funktionieren“, glaubt dagegen Birgit Königs. „Man vertreibt sie damit nur kurzfristig. Der leere Platz wird wieder aufgefüllt.“

Sie appelliert an Grün und Gruga, auf das Schießen zu verzichten und stattdessen auf eine langfristige Kampagne zu setzen. „Das ist nicht einfach, aber es geht. Und wir stehen für Hilfe zur Verfügung“, so die Nabu-Sprecherin, die auf ein gelungenes Beispiel in Düsseldorf verweist. Dort konnten (wenn auch erst nach Jahren) die Kanadagänse vom Badestrand des Unterbacher Sees vertrieben werden. Für sie wurde eine frisch gemähte Ersatzwiese in der Nähe zur Verfügung gestellt, wo die gefiederte Schar keinen Badegast mehr stören konnte.

Ausweichareale für die Kanadagänse könnten auch für die Gruga eine Lösung sein, so der Nabu. Bis sie sich dorthin zurückziehen, müssten sie immer wieder von den anderen Wiesen vertrieben werden. Auch mit Hunden der Jäger und mit Schreckschussmunition.

Eckhard Spengler, Sprecher von Grün und Gruga (GGE), bleibt da skeptisch. „Wir haben schon so viel versucht. Die lassen sich nicht verschrecken“, gibt er zu bedenken. „Die lernen schnell, wann keine wirkliche Gefahr für sie droht.“ Und Ausweichflächen gebe es nicht.

In einem Punkt aber sind sich Grün und Gruga und der Nabu NRW völlig einig: Der Hebel der Lösung liegt darin, dass die Kanadagänse nicht mehr von den Besuchern gefüttert werden. „Solange das aber passiert, gehen die Gänse nicht weg“, ist sich die Nabu-Sprecherin sicher. Deshalb müsse das Verbot „konsequent umgesetzt“ werden.

Sagt auch Eckhard Spengler. „Wir müssen Besucher immer wieder ansprechen und ihnen klar machen, dass sie die Vögel nicht füttern dürfen.“ Das sei „sehr mühselig“, aber nötig. Wer dennoch weiter das Verbot missachte, das in der Besuchsordnung des Grugaparks schwarz auf weiß nachzulesen ist, bekommt einen Platzverweis. „Und davon haben wir schon Gebrauch gemacht“, betont der GGE-Sprecher.

Demnächst startet Grün und Gruga eine neue Aufklärungskampagne mit 2000 neu gedruckten Flyern, die an Besucher verteilt werden – und in denen erklärt wird, warum man den Vögeln keine Brotkrümel zuwerfen sollte. Zudem wurden vor wenigen Wochen neue Verbotsschilder an den Ufern des Waldsees und des Margarethensees aufgestellt. Ob sich die Spaziergänger daran halten werden, bleibt abzuwarten.

 
 

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