Fußball-Stars im Revier haben ihren Friseur in Altenessen

Thorsten Schabelon
Auch Sven Kreyer von Rot-Weiss Essen kommt gerne in Haarstudio Sara von Mustafa Mostafa.
Auch Sven Kreyer von Rot-Weiss Essen kommt gerne in Haarstudio Sara von Mustafa Mostafa.
Foto: WAZ FotoPool
Der Altenessener Mustafa Mostafa (24) spielt als Torwart in der B-Kreisliga Fußball, ist aber Profi, wenn es um Haare von Schalkern und RWE-Kickern geht. Nicht nur Julian Draxler oder Sead Kolasinac kommen gerne und regelmäßig in das Haarstudio Sara am Palmbuschweg.

Essen. Schalkes Trainer Roberto di Matteo würde gerne zwei seiner Stars im Training begrüßen. Die Nationalspieler Julian Draxler und Sead Kolasinac sind aber derzeit verletzt, fallen länger aus. Bei dem Altenessener Mustafa Mostafa sind beide dagegen regelmäßig zu Gast. Der 24-Jährige ist Friseur und Inhaber des Haarstudios Sara am Palmbuschweg. Dort gehen nicht nur Schalker, sondern auch Bochumer und die Spieler von Rot-Weiss Essen rein und frisch frisiert wieder raus.

Bei Mustafa Mostafa liegen keine Frauenzeitschriften für die Kundschaft bereit. Über Adel, Stars, Sternchen und das Showgeschäft erfährt man hier nichts. Im Salon Sara, der nach der Schwester des Inhabers benannt ist, wird über Fußball geredet und diskutiert. Regionalliga, Bundesliga, Länderspiele. Alles dabei. Mittendrin Mustafa Mostafa. Der steht in der B-Kreisliga für den BV Altenessen im Tor. Mit der großen Karriere wird es also nichts mehr. Wenn es aber um Haare, Schere, Fön und Gel geht, ist der 24-Jährige mit seinen Händen mindestens so kreativ wie die Kicker mit ihren Füßen, die seine Kunden sind. Champions-League-Niveau!

„Er nimmt sich Zeit, hat Ideen und ich gehe immer zufrieden nach Hause“, sagt der Schalker Profi Sead Kolasinac. Der ist bosnischer Nationalspieler, hat einen Marktwert von knapp zehn Millionen Euro und schaut einmal pro Woche zum „Schneiden und Legen“ in Altenessen vorbei. Ein weiterer Vorteil von „Musti“, wie die Fußballer den Friseur ihres Vertrauens nennen: Er ist flexibel. Anfang der Woche hat Mustafa Mostafa Weltmeister Julian Draxler zu Hause in Gelsenkirchen besucht. Der wurde gerade operiert, läuft noch auf Krücken. „Da bin ich zu ihm gefahren. Er wollte einen neuen Schnitt. Es ist richtig gut geworden“, findet Mostafa.

Zufall, Talent und Fleiß haben ihm die prominente Kundschaft beschert. „Kai Nakowitsch von RWE und deren Betreuer Marcel Müller waren die Ersten, die hier waren“, erinnert sich der Friseur. Dann machte die Runde, was der Deutsch-Libanese an der Schere kann.

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Inzwischen begeben sich das gesamte RWE-Team, zahlreiche Kicker der Schalker Jugend sowie prominente königsblaue Profis in die Hände des Fans von Bayern München. Vereins-Rivalitäten werden im Haarstudio Sara nicht ausgelebt. „Wir sind doch alle Fußballer“, erklärt Sead Kolasinac.

Mustafa Mostafa hat Lob für die kickende Kundschaft parat. „Die Jungs achten auf ihr Äußeres, sind aber entspannt und nicht pingelig.“ Profis bekommen keinen Promi-Rabatt, werfen aber als Großverdiener auch keineswegs mit Scheinen um sich. „Es gibt mal ein Trikot oder Schuhe obendrauf“, verrät Mustafa Mostafa. Oder Schalke-Karten. „Aber nicht für samstags um 15.30 Uhr. Da muss ich in meinem Salon arbeiten“, sagt der Fußballer-Friseur.