Für einen Tag bekommen RWE-Fans ihr Melches-Stadion zurück

Eineinhalb Jahre baute der Wahl-Klever Olaf Oldokat an einem maßstabgetreuen Modell des Georg-Melches-Stadions. Am Samstag, wenn sich der Geburtstag von Melches zum 120. Mal jährt, wird es im AWO-Fanprojekt „Melches Hütte“ an der Hafenstraße zu sehen sein.

Essen.. Ein Jahr vor Fertigstellung der Haupttribüne sah Olaf Oldokat sein erstes Fußballspiel im Georg-Melches-Stadion. Heute, 57 Jahre später, ist Oldokats „zweites Wohnzimmer“ an der Hafenstraße abgerissen – und ihm dennoch erhalten geblieben. Im Maßstab 1:1000 hat der Wahl-Klever es aus Holz nachgebaut und wird es Samstag, wenn sich Melches’ Geburtstag zum 120. Mal jährt, im AWO-Fanprojekt an der Hafenstraße 99a ausstellen.

„Als das Stadion abgerissen wurde, habe ich mir gedacht, das darf nicht einfach so weg sein, ich baue es nach, auch wenn ich so was noch nie gemacht hatte.“ Akribisch ging Oldokat zu Werke, „obwohl es keine maßstabsgeprägten Zeichnungen gab. Allerdings hat die Stadt Essen mir einen Grundriss zur Verfügung gestellt.“ Fotos machte der 67-Jährige vor dem Abriss, womit er ausreichend Vorlagen für den Nachbau hatte.

Der Rest ist Fantasie und Erinnerung: Denn mehr als eine Stadion-Kopie wollte er schaffen, „mir war es wichtig, die ganz besondere Stimmung, die Atmosphäre vor dem Spiel festzuhalten.“ Nicht die Architektur, der Zusammenhalt unter den Fans, die Begeisterung für den Verein hätten den Mythos RWE geprägt. „Da muss man nicht 20.000 Menschen nachbauen. Ein paar markante Typen wie Willi Lippens und Georg Melches reichen für den Wiedererkennungswert völlig“, ist sich Oldokat sicher.

Eineinhalb Jahre Bauzeit für das Modell

Viel Lob gab es, als der 67-Jährige sein in eineinhalb Jahren Bauzeit entstandenes Modell jüngst in der VIP-Loge des neuen Essener Stadions ausstellte. Zu sehen ist es erneut am Samstag, 24. August, ab 17 Uhr in „Melches Hütte“ (neuer Sitz des AWO-Fanprojektes), Hafenstraße 99a. Anschließend wird RWE-Vereinshistoriker Uwe Wick einen Vortrag halten.

Dabei wird der Autor des Buches „An der Hafenstraße, RWE“ (mit Georg Schrepper) nicht nur auf die Vereinsanlagen, sondern auch auf die Anfänge des jugendlichen Spielers und späteren Vereinsgründers Georg Melches eingehen. Uwe Wick zeigt außerdem die Bedeutung des Mäzens und Ehrenvorsitzenden bei den großen Erfolgen in den 50er Jahren, beim Deutschen Pokalsieg 1953 sowie bei der Meisterschaft 1955 auf.

Eine weitere Würdigung von Georg Melches wird es bereits am Freitag beim Heimspiel gegen Alemania Aachen geben. Dann sollen 120 rote und weiße Ballons mit dem Porträt von Georg Melches gen Himmel steigen. Vor dem großen Spieler verneigen sich übrigens nicht nur Essens Rot-Weisse, sondern auch die Aachener Spieler werden mit Ballons ins Stadion einlaufen.

 
 

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